Warum die Hospitalisierungsinzidenz in Bremen bald steigen wird

So wird die Hospitalisierungsrate in Bremen und Bremerhaven berechnet

Video vom 23. November 2021
Krankenpflegerin Meryl Meister versorgt in einem Patientenzimmer eines abgetrennten Bereichs für Covid-19 Patienten einer Intensivstation des Klinikum Stuttgart, einen Covid-19-Patienten, der im künstlichen Koma liegt und beatmet wird. (zu dpa "Auf der Corona-Intensivstation")
Bild: DPA | Marijan Murat
Bild: DPA | Marijan Murat

Ab Donnerstag werden bei der Hospitalisierung nicht nur Patienten gezählt, die wegen Corona ins Krankenhaus eingeliefert wurden – sondern alle mit einer Corona-Infektion.

Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen, 3G oder 2G: Was gerade geht oder auch nicht, hängt von der Hospitalisierungsinzidenz ab. Sie gibt an, wie viele Corona-Erkrankte pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Und in Bremen wird die Inzidenz jetzt neu berechnet.

Wir hatten ja bislang eine Differenzierung vorgenommen: Also wir hatten gesagt, wie viele sind infiziert in den Krankenhäusern wegen Covid-19 – also liegen wegen des Virus dort flach? Und welche Krankheitsfälle haben wir, die ein anderes Krankheitsbild haben, aber auch infiziert sind. Das haben wir getrennt ausgewiesen. Wir werden das in Zukunft zusammenzählen.

Claudia Bernhard (Linke), Bremer Gesundheitssenatorin

Wer zum Beispiel mit einem gebrochenen Arm ins Krankenhaus kommt und bei Einlieferung positiv auf das Virus getestet wird, zählt in die Inzidenz mit rein. Gelten soll das ab Donnerstag. Damit wird laut Gesundheitssenatorin Bernhard auch die Hospitalisierungsinzidenz steigen: "Wir werden ab Donnerstag eine höhere Warnstufe haben, weil wir selbstverständlich dann auch die 3 hinter uns lassen – beziehungsweise die 3 als Schwellenwert überschreiten."

Die neue Berechnung liefere einen besseren Überblick über das Pandemiegeschehen, heißt es aus der Gesundheitsbehörde. Und darum gehe es bei der Hospitalisierungsinzidenz. Die Inzidenz diene als Anhaltspunkt für die Einschätzung des gesamten Infektionsgeschehens, so die Senatorin. Die Belastung des Gesundheitswesens könne am Register der Beatmungsbetten auf den Intensivstationen abgelesen werden.

Das sei auch der Grund, warum weiterhin nur Menschen mit Wohnort in Bremen beziehungsweise Bremerhaven in die Hospitalisierungsinzidenz miteinfließen. Menschen aus dem Umland, die in Bremer Kliniken liegen, werden nicht mitgezählt. Bremen rechnet künftig also so, wie das Robert-Koch-Institut (RKI).

Bremen will sich nicht auf das RKI verlassen

Auf die Zahlen vom RKI verlassen will man sich hier allerdings nicht. Denn das RKI schaut sich nicht das Datum an, an dem der Patient ins Krankenhaus gekommen ist, sondern an dem seine Erkrankung gemeldet wurde. Ein Zeitpunkt also, der meist länger zurückliegt. Die Daten seien weniger aussagekräftig, sagt der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb.

Grundsätzlich ist es das Problem, dass wir diese Meldeverzüge haben. Dass nicht immer gleich ganz klar ist: Was ist jetzt hier die Lage? Ist das jemand, der mit Corona infiziert ist?

Hajo Zeeb, Bremer Epidemiologe

Die Mehrheit der Bundesländer setzt deshalb auf ihre eigenen Berechnungen. Und genau da liege das Problem, sagt der Epidemiologe: "Es braucht sehr klare und nachvollziehbare Zahlen und Regeln. Und da sollten wir uns alle dran halten, wenn das irgendwie geht. Es sollte schleunigst zu einer gemeinschaftlichen Herangehensweise gefunden werden, sonst kommt man da nicht weiter und verliert dann auch das Vertrauen."

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Video vom 19. November 2021
Die Sparkasse am Brill.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Catherine Wenk Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. November 2021, 19:30 Uhr