Wie kommt es zur hohen Zahl an Neuinfektionen in Bremen?

Bremer Epidemiologe rät von hartem Lockdown ab

Bild: Imago | Christian Ohde

Bremen ist zurzeit Spitzenreiter im Guten wie im Schlechten: Höchste Impfquote, zugleich höchste Inzidenz. Das Gesundheitsressort sieht dafür mehrere Gründe.

Die Stadt Bremen weist schon seit Tagen die deutschlandweit höchste Inzidenz auf, aktuell liegt sie laut RKI bei 850,9. Auch in den kommenden Tagen rechnet das Gesundheitsressort mit sehr hohen Neuinfektionszahlen. Denn eine Zweit- oder Boosterimpfung schütze zwar vor schweren Verläufen, allerdings nicht mehr so gut vor Ansteckungen mit der neuen Omikron-Variante.

Diese höhere Ansteckungsrate nennt das Gesundheitsamt als einen Faktor. Der andere: Bremen ist ein Ballungsgebiet, wo sich die Menschen eben schneller anstecken als in ländlichen Regionen wie etwa in Niedersachsen.

Dennoch: Warum es ausgerechnet Bremen getroffen hat, sei nicht klar definierbar. Laut Gesundheitssprecher Lukas Fuhrmann habe jede Welle irgendwo angefangen; die Delta-Variante beispielsweise fasste Fuß im Süden und Südosten, während die Omikron-Welle in Bremen angefangen hat und sich jetzt in andere Bundesländer zieht. Ein Indiz dafür seien die mittlerweile ebenfalls hohen Infektionszahlen in den Landkreisen Verden und Osterholz sowie in Delmenhorst.

"Eingefangen kriegt man Omikron jetzt definitiv nicht mehr", äußert sich dazu der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb. Mit Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen ginge es "höchstens um eine Verlangsamung und Abschwächung"; für alles andere sei Omikron einfach zu infektiös.

Gesundheitsamt: Lage auf Bremer Intensivstationen stabil

Die Lage auf den Intensivstationen ist jedoch stabil, sagt das Gesundheitsressort. "Seit mehreren Wochen bewegen sich die Zahlen der Covid-Patienten weder nach oben noch nach unten", so Lukas Fuhrmann. Jedoch steigt die Zahl der ambulanten Aufnahmen, die Hospitalisierungsrate liegt bei 12,18.

Dabei müsse man allerdings unterscheiden: Die Hälfte davon werde ins Krankenhaus aufgenommen, weil sie Corona haben. Die andere Hälfte komme wegen einer anderen Erkrankung ins Krankenhaus, etwa ein Knöchelbruch – habe aber zusätzlich Corona.  

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Januar 2021. 19:30 Uhr