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Schule, Arbeit, Freizeit: Was für Bremer bei bis zu 35 Grad Hitze gilt

Ein analoges Thermometer, das über 30 Grad zeigt, wird gegen die Sonne gehalten.
In Bremerhaven dürfte das Themometer in den kommende Tagen auf bis zu 34, in Bremen auf bis zu 35 Grad steigen. Bild: DPA | Frank Rumpenhorst

Die erste Hitzewelle des Sommers erreicht Bremen. Was die hochsommerlichen Temperaturen für Schüler, Arbeitnehmer und Risikogruppen bedeuten, beantworten wir hier.

Die erste Hitzewelle des Sommers hat begonnen. Der Deutsche Wetterdienst erwartet mehrere Tage hochsommerliche Temperaturen – bis zu 34 Grad in Bremerhaven und bis zu 35 Grad in Bremen. Was das für Schulen, den Arbeitsplatz, Ältere und Schwangere bedeutet, erklären wir hier.

Ab wann gilt Hitzefrei an Bremer Schulen?
Wann Schulen in Bremen Hitzefrei geben können, gibt das Bildungsressort vor. Demzufolge können Grundschulen den Unterricht in den Klassen 1 bis 4 vorzeitig nach der Stunde beenden, in der im Schulgebäude eine Temperatur von mindestens 25 Grad festgestellt wird. In den Jahrgängen 5 bis 10 kann der Unterricht nach Ende der darauffolgenden der Stunde enden, in der die 25-Grad-Grenze erreicht worden ist.

Für Schulen gilt: Die Temperaturmessung sollte in einem Raum ohne "unmittelbare Sonneneinstrahlung" stattfinden. Die Entscheidung, ob es tatsächlich Hitzefrei gibt, trifft dann letztlich die Schulleiterin oder der Schulleiter. Nach Informationen von buten un binnen haben erste Schulen in Bremen am Donnerstag bereits Hitzefrei gegeben. Die Eltern wurden informiert.

Für die Eltern ist wichtig: Die Betreuung der Schülerinnen und Schüler ist auch bei Hitzefrei von der Schule sicherzustellen.
Was gilt bei Hitze am Arbeitsplatz?
Die Temperatur in Arbeits- und Sozialräumen soll während der Arbeitszeit 26 Grad Celsius nicht überschreiten, teilt die Arbeitnehmerkammer Bremen mit. Allerdings gibt es keine rechtlichen Regelungen, die ab gewissen Temperaturen Hitzefrei vorschreiben. Spätestens ab einer Außentemperatur von 26 und einer Innentemperatur von 30 Grad Celsius sind Arbeitgeber aber verpflichtet zu handeln, indem sie beispielsweise Getränke bereitstellen, lockere Kleidung erlauben oder nachts gelüftet wird. Auch die Installation von Jalousien zum Schutz vor Sonne könne eine solche Maßnahme sein, schreibt die Arbeitnehmerkammer.

Ab 35 Grad Celsius Innentemperatur darf ohne Hitzeschutzmaßnahmen in einem Raum nicht mehr gearbeitet werden. Wie bei Betriebsärztinnen, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebs- und Personalräte in die Maßnahmen eingebunden werden, regelt das Arbeitsschutzgesetz. Die Beschäftigten müssen in jedem Fall über die gesundheitlichen Belastungen und die Schutzmaßnahmen informiert werden.
Trinkwasser aus der Leitung
Vor allem Risikogruppen sollten bei Hitze viel Wasser trinken. Bild: DPA | Sven Simon
Worauf sollten Menschen bei Hitze und Sonne achten?
Vor allem ältere, chronisch kranke oder pflegebedürftige Menschen, Kleinkinder und Schwangere sind durch die Hitzebelastung gefährdet. Notfallmediziner raten vor allem diesen Menschen dazu, über den Tag verteilt jede Stunde ein Glas Wasser zu trinken – selbst dann, wenn sie nicht durstig sind.

Hitze kann das Herz-Kreislauf-System belasten, sagte Andreas Matzarakis, Leiter des Zentrums für Medizinisch-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in Freiburg. Sport und körperliche Anstrengungen sollten daher am besten in den frühen Morgenstunden und abends ausgeübt werden. Mittags sollte ein Aufenthalt im Freien möglichst vermieden werden.

Doch nicht nur die Temperaturen steigen, auch die UV-Strahlung nimmt zu. Die ultraviolette Strahlung erhöht die Gefahr von Sonnenbrand. Für Donnerstag und Freitag warnt der DWD, dass die UV-Strahlung vor allem in Norddeutschland außergewöhnlich hoch sein wird.

Worauf sollten Tierhalter achten?
Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium appellierte an Tierhalter, für Schatten, Kühlung und ausreichend Wasser zu sorgen. Denn die hohen Temperaturen führen auch zu Hitzestress bei Tieren.

Haustiere wie Hunde, Meerschweinchen oder Vögel sollten vor der prallen Sonne geschützt werden und immer genug Flüssigkeit haben. Es wird dringend dazu geraten, Tiere auf keinen Fall in einem parkenden Auto zurückzulassen.

In der Nutztierhaltung reagiere besonders Geflügel empfindlich auf hohe Außentemperaturen, vor allem bei hoher Luftfeuchte. Auch die zeitliche Verlagerung der Fütterung in die kühleren Abend- und Nachtstunden sei bei vielen Tierarten sinnvoll. Tierhalter, die Rinder, Schafe oder Pferde auf der Weide halten, sollten bei starker Sonneneinstrahlung für einen Unterstand und Zugang zu Wasser sorgen.

So wollen Bremer Kleingärtner der Hitzewelle trotzen

Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Kristian Klooß Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 17. Juni 2021, 19:30 Uhr