Sie frieren? Bremen ist aktuell bundesweit das wärmste Bundesland

Herbstimpressionen aus den Bremer Wallanlagen.
So schön ist der Herbst in den Bremer Wallanlagen. Bild: Radio Bremen | Martin von Minden

Grau und nass ist der Herbst zurzeit in Bremen und Bremerhaven. Und doch: In keinem anderen Bundesland war es in den letzten drei Monaten so warm wie hier. Wirklich.

Zugegeben: Besonders warm fühlt sich der diesjährige Herbst in Bremen nicht an. Umso überraschender ist deshalb die neue Bilanz vom Deutschen Wetterdienst. Vom 1. September bis Ende November lag die Durchschnittstemperatur bei 11,5 Grad Celsius – und Bremen ist damit bundesweit am wärmsten.

Dass sich dieser Herbst vergleichsweise düster anfühlt, könnte daran liegen, dass Bremen in den letzten Jahren recht sonnenverwöhnt war. So lag der Herbst vor drei Jahren zum Beispiel mit satten 438 Sonnenstunden auf Platz 3 der sonnigsten Bremer Herbste seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Vergleich dazu steht der diesjährige Herbst eher schlecht da: Von September bis November strahlte die Sonne durchschnittlich nur 285 Stunden.

Sonnenstunden und Niederschlag in Litern pro Quadratmeter, 1949 bis 2020

Bremens dunkelste Herbste liegen allesamt übrigens schon etwas länger zurück. Der Herbst 1976 brachte es auf lediglich 194 Sonnenstunden, gleich zwei Jahre später folgte der zweite Negativrekord mit 203,5 Stunden Sonne. Auch das Jahr 1968 lag in Bremen deutlich unter dem langjährigen Mittel: Der Herbst hatte nur 217,1 Sonnenstunden zu bieten.

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Bremen im Vergleich

Um Bremen herum schaut es recht ähnlich aus: Oldenburg liegt mit einem Durchschnitt von gut 281 Stunden nur gute neun Stunden hinter Bremens Mittel von rund 290 Stunden Herbstsonne. In Bremerhaven sind es noch mal weniger (277). Hamburg ist sonniger mit 295 Stunden.

Herbstimpressionen aus den Bremer Wallanlagen.
Sonnen und buntes Laub in den Bremer Wallanlagen. Bild: Radio Bremen | Martin von Minden

Spitzenreiter in Norddeutschland ist diesen Herbst Osnabrück mit 353 Stunden Sonnenschein; Nordfriesland steht mit 222 Stunden ganz hinten an. Mehr als doppelt so lang schien die Sonne beim deutschen Spitzenreiter Bad Dürrheim-Öffingen auf der Schwäbischen Alb: Dort gab es diesen Herbst 519 Stunden Sonnenschein.

Geregnet hat es diesen Herbst übrigens deutlich mehr als im Vorjahr: Waren es letztes Jahr bis Mitte November rund 86 Liter pro Quadratmeter in Bremen und rund 124 Liter in Bremerhaven, sind es dieses Jahr knapp 101 Liter in Bremen und in Bremerhaven sogar gut 150 Liter pro Quadratmeter. Der diesjährige Herbst schließt also an den ebenfalls feuchten Sommer an.

Spazierengehen lohnt sich

Die trockenen Tage gilt es jedoch ganz besonders zu nutzen, denn nicht nur haben beliebte Routen wie der Bürgerpark im Herbst einen ganz besonderen Charme, in der trüben Jahreszeit gibt es durchaus das Problem des Vitamin-D-Mangels. Vitamin-D reiche Nahrung allein genügt im Herbst und im Winter nicht, es gilt also jeden Sonnenstrahl zu nutzen.

Spaziergänger mit Regenschirmen laufen an der Weserpromenade entlang.

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Bild: DPA | Sina Schuldt

Autorinnen und Autoren

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wettergespräch, 1. Dezember 2021, 6:50 Uhr