Bremer Epidemiologe Zeeb fordert kurzen Lockdown für alle

Der Epidemiologe Hajo Zeeb im Interview.
Bild: Radio Bremen
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  • Zeeb: Brauchen harte Maßnahmen für alle
  • 2G und 3G reichen in den Augen von Zeeb nicht
  • Auffrischungsimpfungen laut Zeeb auch sehr wichtig

Nach Ansicht des Bremer Epidemiologen Hajo Zeeb reichen die derzeit geplanten Corona-Maßnahmen nicht aus, um das aktuelle Infektionsgeschehen einzudämmen. "Es ist einfach nicht davon auszugehen, dass die Zahlen jetzt aufhören zu steigen", sagte der Epidemiologe der Universität Bremen in den "Tagesthemen". Zeeb fordert daher einen kurzen Lockdown für alle.

Wir werden noch höhere Infektionszahlen sehen und damit leider eben auch noch mehr schwer Erkrankte auf den Intensivstationen. Das ist quasi nicht mehr aufzuhalten im Moment.

Hajo Zeeb, Epidemiologe von der Uni Bremen

2G- und 3G-Maßnahmen allein reichten nicht aus, um die Corona-Zahlen zu senken. Nötig sei jetzt eine kurze aber kräftige Maßnahme. Es gehe darum, sehr viel und kurz zu machen, um die Zahlen zu senken. Nur so könnten die Einlieferungen in die Krankenhäuser deutlich gesenkt werden.

Zeeb: Impfpflicht aus epidemilogischer Sicht sinnvoll

"Geschäfte, Veranstaltungen und Restaurants müssten noch einmal schließen, Home-Office müsste ganz klar umgesetzt werden und alle, die arbeiten, müssen getestet werden", sagt Zeeb. Außerdem müssten die Klassen in den Schulen wieder geteilt werden. Grundsätzlich sollten die Schulen aber offen bleiben. "Das ist eine Lehre aus dem letzten Winter."

Wichtig sei auch eine Impfinitiative, die das Impfen und Boostern in den Vordergrund stellt, sagte Zeeb. Aus epidemiologischer Sicht wäre auch eine Impfpflicht eine "ratsame Maßnahme".

Impf-Debatte: "Bisher Ungeimpfte müssen mit den Konsequenzen leben"

Video vom 16. November 2021
Die Philosophin der Uni Bremen Dagmar Borchers im buten un binnen Studio.
Bild: Radio Bremen
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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 17. November 2021, 8 Uhr