Vierte Tarifrunde gescheitert – Hafenarbeiter streiken am Donnerstag

Hafenarbeiter gehen am Hamburger Hafen zu einer Streikversammlung, im Hintergrund wird ein Containerschiff beladen.
Die Gewerkschaft Verdi hat für den Nachmittag zu Warnstreiks in allen wichtigen deutschen Seehäfen aufgerufen, um den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen.

Bezahlung von Hafenarbeitern: Vierte Tarifrunde ohne Ergebnis

Bild: DPA | Markus Scholz
  • Vierte Verhandlungsrunde zu Hafenarbeiterlöhnen abgebrochen
  • Verdi bemängelt Angebot der Arbeitgeber
  • Gewerkschaft ruft zu Warnstreik für Donnerstag auf

Im Tarifstreit um die Bezahlung der Hafenarbeiter haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaftsvertreter auch in der vierten Verhandlungsrunde nicht geeinigt. Aus Sicht der Gewerkschaft Verdi hatten die Arbeitgeber erneut ein nicht ausreichendes Angebot vorgelegt, teilte ein Verdi-Vertreter mit.

Auch Bremen und Bremerhaven von Warnstreiks betroffen

Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe hat angekündigt, vorerst keine weiteren Verhandlungen führen zu wollen, da eine Einigung aktuell aussichtslos erscheine. Die Gewerkschaft Verdi hat nun für Donnerstag zu einem 24-stündigen Warnstreik in Deutschlands Seehäfen aufgerufen. Betroffen seien die Standorte Hamburg, Emden, Bremerhaven, Bremen, Brake, und Wilhelmshaven, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit.

Das von den Arbeitgebern in der vierten Verhandlungsrunde vorgelegte Angebot ist völlig unzureichend. Es hat keine substanzielle Verbesserung zum vorherigen Angebot gebracht, sondern sich als klassische Mogelpackung entpuppt.

Maya Schwiegershausen-Güth, Verdi-Verhandlungsführerin

Bereits vor der dritten Verhandlungsrunde hatten Hafenarbeiter erstmals seit Jahrzehnten bei einem Warnstreik für mehrere Stunden die Abfertigung von Schiffen weitgehend lahmgelegt und die ohnehin massiven Verspätungen an der Kaikante weiter vergrößert.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 22. Juni 2022, 10 Uhr