48 Stunden Stillstand – Bremer Häfen werden ab Donnerstag bestreikt

Hafenarbeiter streiken.

Wieder Warnstreik in deutschen Nordseehäfen

Bild: DPA | Markus Scholz
  • Hafenarbeiter kündigen weiteren Warnstreik an
  • Es ist der Dritte innerhalb weniger Wochen
  • Schiffsstau in der deutschen Bucht könnte sich dadurch verschärfen

Im festgefahrenen Konflikt um die Entlohnung der Hafenarbeiter werden Deutschlands größte Seehäfen Donnerstag und Freitag wieder still stehen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten aufgefordert, am Donnerstag mit Beginn der Frühschicht bis Samstagmorgen die Arbeit niederzulegen, wie die Gewerkschaft am Mittwochabend mitteilte.

Zuvor waren kurzfristig anberaumte Gespräche ohne Einigung zuende gegangen.

Wir sind nach wie vor bereit, eine Lösung auf dem Verhandlungsweg zu finden.

Maya Schwiegershausen-Güth, Verdi-Verhandlungsführerin

Hafenarbeiter streikten bereits im Juni zweimal

Die Hafenarbeiter hatten bereits im Juni zweimal die Abfertigung von Schiffen lahmgelegt, zuletzt am 23. Juni für 24 Stunden. Coronabedingt herrscht im globalen Verkehr von Container- und Frachtschiffen ohnehin schon lange großes Durcheinander. Der neuerliche Warnstreik droht, die Abläufe an den Kaikanten noch mehr aus dem Tritt zu bringen. Nach jüngsten Berechnungen am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) stecken in der Nordsee inzwischen mehr als zwei Prozent der globalen Frachtkapazität im Stau.

Spielraum für Einigung sehr eng

Derzeit warten rund 20 Frachter auf Ankerplätzen in der Deutschen Bucht auf Abfertigung, die meisten mit Ziel Hamburg. Die Spielräume für eine friedliche Einigung im Tarifkonflikt sind nach sechs bislang ergebnislosen Verhandlungsrunden sehr eng geworden. Eine Schlichtung, wie von der Arbeitgeberseite vorgeschlagen, hat Verdi bislang abgelehnt. Die Arbeitsdirektorin des Bremer Logistik-Unternehmens BLG und Verhandlungsführerin, Ulrike Riedel, sagte, mehr könnten sie nicht leisten. Sonst seien die Unternehmen in ihrer Existenz bedroht.

Verdi ist für die rund 12.000 Beschäftigten in den 58 tarifgebundenen Betrieben in Hamburg, Niedersachsen und Bremen mit der Forderung nach einer Erhöhung der Stundenlöhne um 1,20 Euro bei einer Tariflaufzeit von 12 Monaten in die Tarifrunde gegangen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 13. Juli 2022, 7 Uhr