Zu wenig Personal für Ganztagsbetreuung an Grundschulen in Bremen

Eine Frau und ein Junge schauen gemeinsam in ein Buch, ein anderer Junge und zwei Mädchen schauen zu.

Zu wenig Personal für Ganztagsbetreuung an Grundschulen in Bremen

Bild: DPA | Robert Kneschke
  • Studie "Fachkräfte-Radar" am Dienstag veröffentlicht
  • Viele Fachkräfte fehlen in Niedersachsen und Bremen
  • Auch Mangel bei Platzangebot für Kinder

In Niedersachsen und Bremen fehlt für die Ganztagsbetreuung an Grundschulen laut einer Studie noch Personal. Um allen Schülerinnen und Schülern eine Ganztagsbetreuung zu bieten, wären in Niedersachsen demnach rund dreimal so viele und in Bremen etwa doppelt so viele Fachkräfte nötig wie voraussichtlich vorhanden sein werden. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Studie "Fachkräfte-Radar" für Kita und Grundschule der Bertelsmann-Stiftung hervor.

Nach Angaben der Studie liegt die Lücke zwischen der Zahl prognostizierter Fachkräfte und der der benötigten Fachkräfte in Niedersachsen bei 11.000 und in Bremen bei etwa 700. Von 2030 an haben Grundschülerinnen und Grundschüler einen Rechtsanspruch auf eine ganztägige Förderung mit einem Umfang von 40 Stunden wöchentlich. Der Beschluss von Bund und Ländern vom vergangenen September soll schrittweise umgesetzt werden. Vom Schuljahr 2026/2027 an greift die Regelung bei Kindern der ersten Klasse, von 2029/2030 an bei allen Klassen.

Ungefähr jedes zweite Kind nutzt Betreuungsangebot

Momentan nutzen nur 49 Prozent aller Grundschulkinder in Niedersachsen ein Ganztagsbetreuungsangebot. In Bremen sind es etwa 58 Prozent, wie die Studie berechnete. Dies liegt in Niedersachsen den Angaben zufolge unter dem Bundesschnitt von 54 Prozent. In den ostdeutschen Bundesländern liegt der Anteil sogar bei 83 Prozent.

Auch der Mangel an angebotenen Plätzen spiele eine zentrale Rolle, hieß es. So wären bis 2030 in Niedersachsen bis zu 140.000 und in Bremen 10.000 weitere Plätze nötig, um das angestrebte Angebot zu schaffen. "Der Rechtsanspruch stellt diese Bundesländer daher vor erhebliche Herausforderungen", hieß es. Der prognostizierte Bedarf an Plätzen und Fachkräften sei kaum zu decken.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 5. Juli 2022, 6 Uhr