Corona-Folge: Bremer Beschäftigte melden sich seltener krank

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung liegt mit Tablelten und einem Stethoskop auf einem Tisch
So wenige Krankmeldungen wie im Corona-Jahr 2020 gab es lange nicht mehr. (Symbolbild) Bild: DPA | Fleig / Eibner-Pressefoto

Dem BKK-Gesundheitsreport zufolge waren im vergangenen Kalenderjahr weniger Bremer Beschäftigte krank. Diejenigen, die es erwischt hat, fielen dafür länger aus.

Die Corona-Pandemie wirkt sich offenbar positiv auf den Krankenstand der Bremerinnen und Bremer aus. So sank die Zahl jener Beschäftigten, die sich im vergangenen Kalenderjahr arbeitsunfähig gemeldet haben, dem Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) zufolge 2020 deutlich.

Im Land Bremen wurden auf 100 Beschäftigte 124 Arbeitsunfähigkeits-Fälle gemeldet. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 waren es noch knapp 145 Fälle. Und auch in den Vorjahren lag diese Zahl deutlich höher. Bremen liegt damit leicht über dem Bundesschnitt. Die niedrigste Fallzahl verzeichnet Hamburg mit knapp 96, die höchste Sachsen-Anhalt mit knapp 146 Fällen.

Arbeitsunfähigkeitsfälle je 100 Beschäftigte in Bremen

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Datawrapper anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Die Gründe für die Arbeitsunfähigkeit verteilen sich auf verschiedene Diagnosen. In Bremen waren beispielsweise Atemwegserkrankungen, wie schon in den Vorjahren, die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Ebenfalls ein häufiger Grund für Ausfälle sind Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems, also beispielsweise Rückenschmerzen, aber auch Infektionen. Hier unterscheidet sich Bremen kaum vom Durchschnitt der anderen Bundesländer.

Dass die Zahl der Infektionen und Atemwegserkrankungen in Bremen wie auch in anderen Bundesländern gesunken ist, begründen die Verfasser des Gesundheitsreports vor allem mit den Hygiene- und Abstandsregeln sowie durch die Möglichkeit zur Fernbehandlung. Auch der Rückgang von Fehltagen aufgrund von Verletzungen und Vergiftungen hängt den Gesundheitsexperten mit der Pandemie zusammen. Sie seien unter anderem damit zu erklären, dass viele Beschäftige im Homeoffice arbeiteten.

Weniger Krankheitsfälle, längere Erkrankungszeiten

Frauen sind dem Report zufolge häufiger aufgrund von Covid-19-Diagnose krankgeschrieben als Männer. Die Falldauer war hingegen für beide Geschlechter im Durchschnitt umso höher, je älter die Betroffenen waren. Dabei waren laut Diagnosedaten des Jahres 2020 die Beschäftigten im Gesundheits-, Sozial und Erziehungswesen besonders häufig wegen einer Covid-19-Diagnose von einer Arbeitsunfähigkeit betroffen – also vor allem Kranken- und Altenpfleger, Erzieherinnen und Kita-Betreuerinnen.

Arbeitsunfähigkeitsdauer je Fall in Bremen

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Datawrapper anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Während die Fallzahlen insgesamt im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken sind, hat die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage je Fall sich im Bundesdurchschnitt sogar leicht erhöht. In Bremen lag er 2020 bei 15,5 Tagen pro Fall – zwei Tage mehr als noch im Vorjahr.

Vor allem die Krankschreibungsdauer wegen psychischer Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr stieg während der Pandemie deutlich an – um neun auf im Schnitt 45 Tage pro Fall.

Mehr zum Thema:

Autor

  • Kristian Klooß Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 1. Dezember 2021, 23:30 Uhr