Fragen & Antworten

Zwangspausen für Krabbenfischer – sie erwarten ein Katastrophen-Jahr

Schon zum zweiten Mal mussten die Krabbenfischer in den Häfen bleiben. Zwar dürfen sie ab Montag wieder raus – doch viele rechnen mit einem Minus-Geschäft.

Ein Krabbenkutter auf der Nordsee in Dorum
Warum gibt es eine Zwangspause für Krabbenfischer?
Die Lager der Großhändler sind voll. Deshalb gibt es einen Annahmestopp. Torben Hinners von der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer sagt, dass die großen Unternehmen in der Regel 95 Prozent des Krabbenfangs abnehmen. Hinzu kommt, dass die größte Menge an Krabben in Marokko geschält wird und dort zur Zeit Feiertage sind, also auch nicht gearbeitet wird. Für die Krabbenfischer bedeutet das: drei Wochen Zwangspause. Das ist bereits die zweite Pause. Schon im Mai blieben die Krabbenfischer drei Wochen in den Häfen. Ab Montag fahren die Kutter wieder raus – dann soll wieder Platz in den Kühllagern sein.

Das rührt aus dem letzten Herbst her, wo in sehr kurzer Zeit Riesenmengen an Krabben gefangen worden sind. Das war in sehr geballter Zeit sehr sehr viel im Verhältnis zu den Jahren davor, wo wir sehr wenig Krabben hatten und Schälkapazitäten auch runtergefahren worden sind.

Torben Hinners, Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer
Wie wirkt sich das auf die Preise aus?
Zur Zeit kostet das Kilo Krabben rund drei Euro. Ob das so bleibt oder der Preis weiter sinkt, könne man nicht sagen, so die Krabbenkutter-Kapitäne.
Was bedeuten die Zwangspausen für die Krabbenfischer?
Viele Krabbenfischer befürchten, dass 2019 ihr schlechtestes Jahr wird. Viele von ihnen führen einen Saisonbetrieb, sagt Torben Hinners. "Gerade hier in Dorum ist über die Wintermonate Schluss. Das heißt, sie haben keine zwölf Monate Zeit, ihr Geld zu verdienen."

Die ganzen Krabbenkutterbetriebe werden Minus fahren. Ich mache das jetzt 32 Jahre und ich habe das nicht ein Mal erlebt, dass wir Minus gefahren haben. Wir haben die schwarze Null schon mal gehabt, aber dass wir Minus fahren ...

Stephan Hellberg, Krabbenfischer
Wie halten sich die Krabbenfischer finanziell über Wasser?
Krabbenfischer müssen laut Kapitän Stephan Hellberg finanzielle Reserven schaffen, um solche Zeiten zu überstehen. Er selbst fährt nach eigenen Angaben einmal pro Woche raus und verkauft seine Krabben direkt vom Kutter. Zu seinen Kunden zählten dann vor allem Touristen. Einige Krabbenfischer lassen sich auch Alternativen einfallen, um Geld zu verdienen. Sie bieten etwa Gästefahrten an.

Wir werden im September erst wieder fahren, weil ich nicht glaube, dass genügend Krabben da sind, dass das lohnende Reisen sind. Daher machen wir Gästefahrten weiter. Darüber freuen sich die Gäste natürlich auch.

Erich Oehmsen, Krabbenfischer

Krabbenfischer im Wattenmeer

Ein Fischer vor seinem Schiff im Hafen von Cuxhaven.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. August 2019, 19.30 Uhr