Vereiste Frontscheibe: 7 Tipps, wie Sie Bußgelder vermeiden

Ein Blitzerfoto aus Dortmund machte bundesweit die Runde: Bußgelder drohen bei vereister Windschutzscheibe aber auch Bremern. So sparen Sie sich die Kosten.

Ein Auto mit vereisten Scheiben, die nicht ausreichend freigekratzt wurden, wurde mit überhöhter Geschwindigkeit von der Polizei geblitzt.
Dieser Autofahrer zahlte mehr Geld für die vereiste Frontscheibe als für seine Tempoüberschreitung. Bild: Polizei Dortmund

Wer mit zugefrorener Windschutzscheibe erwischt wird, muss mit Bußgeld rechnen. Das gilt nicht nur für die zwei Dortmunder Autofahrer, deren "Blindflug" in dieser Woche als Blitzfotos bundesweit die Runde machte, sondern auch für Bremer Autofahrer. "Wenn nicht alle Verkehrsvorgänge durch die Sichtbehinderung erkannt werden können, gilt eine Windschutzscheibe als vereist", sagte eine Polizeisprecherin buten un binnen. Je nach Verstoß könne eine Verwarnung ausgesprochen oder sogar Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit erstattet werden. Bremer, die sicher und bußgeldfrei durch den Winter fahren wollen, sollten daher folgende Tipps beachten:

1 Diese Kratzmethode ist die beste

Beheizt, rotierend oder klassisch – Eiskratzer gibt es in vielen Varianten. In Tests haben sich die Hightech-Kratzer jedoch nicht immer als praktisch erwiesen. Bei rotierenden Eiskratzern kam es vor, dass sich in ihnen Eis und Schnee festsetzte. Und beheizbare Eiskratzer, die beispielsweise über den Zigarettenanzünder erwärmt werden, brauchten oft eine gewisse Zeit, um warm genug zu werden – Zeit, die Pendler morgens nicht immer übrig haben. Gegen das Enteisungsspray spricht zwar der Einsatz von Chemie. Dennoch schneidet die Kombination aus Spray und klassischem Kunststoffschaber mit Sägezahnkante und Gummilippe in Tests meist gut ab.

2 So werden Schäden durch Staub und Sand vermieden

Junge Frau befreit ein Auto von Eis und Schnee.
Das Auto von Schnee und Eis zu befreien, ist im Straßenverkehr Pflicht. Bild: DPA | Jochen Tack

Die konventionelle Kratzmethode birgt auch Gefahren. Denn die Windschutzscheiben moderner Autos enthalten einen hohen Kunststoffanteil. Hier sollten Autofahrer die Herstellerhinweise beachten. Grundsätzlich gilt: Die Scheibe sollte sauber sein. Denn beim Zerreiben von Staub, Sand und Dreck können die Scheibe dauerhaft zerkratzen. Während der Fahrt sollten Autofahrer darüber hinaus darauf verzichten, die Scheibenwischer anzuschalten, um Eisreste "wegzuwischen". Denn davon kann nicht nur die Frontschreibe zerkratzen, sondern auch die Gummilippen der Scheibenwischer kaputtgehen. Um morgens nicht mit festgefrorenem Sand und Staub kämpfen zu müssen, sollten Autofahrer am Abend zuvor noch einmal die Scheibenwischer einschalten, bevor sie den Wagen parken.

3 Richtiges Parken schützt vor Frost

Weniger vom Frost betroffen sind Autos, die nah an Hauswänden parken – und zwar mit der Windschutzscheibe in Richtung Gebäude. Wer eine Möglichkeit hat, sein Auto unterzustellen, sollte dies ebenfalls tun.

4 Abdeckungen und Schutzmatten sorgen vor

Für kleines Geld können sich Autofahrer mit speziell beschichteten Abdeckungen und Schutzmatten vor dem nächtlichen Frost schützen. Diese werden in Baumärkten und Fachgeschäften verkauft. Gegen vereiste Scheiben helfen alternativ auch stabile Müllsäcke, die zum besseren Halt in die Türdichtungen eingeklemmt werden können.

5 Alte Socken für den Blick zurück

Um die Rückspiegel frostfrei zu halten, nutzen einige Autofahrer inzwischen eine Technik, über die praktisch jeder Haushalt verfügt: alte Socken. Der Vorteil: Einem Gerichtsurteil des Oberlandesgericht Karlsruhe zufolge reicht es bei vereister Heckscheibe aus, wenn das Auto über zwei funktionsfähige Rückspiegel verfügt.

6 Kartons sind kein guter Schutz

Alte Kartons sind ein eher ungeeignetes Mittel, um Glas eisfrei zu halten. Denn sie können Nässe aufsaugen und bei Frost über Nacht an der Windschutzscheibe festfrieren.

7 Lauwarmes Wasser – aber aufpassen!

Auf heißes Wasser zum Abtauen des Eises sollten Autofahrer ebenfalls verzichten. Denn dies kann zu einer Ausdehnung der verschiedenen Glasschichten der Windschutzscheibe führen. Die Folge: Sprung- und Rissgefahr. Lauwarmes Wasser gilt indes als durchaus zweckmäßig – solange es schnell wieder abgewischt wird, bevor es erneut zu Eis gefriert.

  • Kristian Klooß

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 1. Februar 2019, 23.20 Uhr