Verein Zucker darf Hochbunker für 240.000 Euro kaufen

  • Wirtschaftsdeputation stimmt Verkauf zu
  • Verein will Hochbunker zu Club umbauen
  • Anwohner wollen das verhindern
Bunker mit Streetart in der Überseestadt
Der Hochbunker in der Überseestadt kann an das Kulturnetzwerk Zucker verkauft werden – dem hat jetzt auch die Wirtschaftsdeputation zugestimmt.

Die Wirtschaftsdeputation hat dem Verkauf des Hochbunkers in der Überseestadt an das Kulturnetzwerk Zucker zugestimmt. Zum Preis von 240.000 Euro können die Kulturschaffenden das Gebäude nun kaufen. Für den Umbau fallen noch einmal rund 600.000 Euro an. Die will der Verein über Spenden, Zuschüsse und einen Kredit finanzieren.

Der Senat hatte bereits Ende Mai dem Direktverkauf des Bunkers an den Verein zugestimmt. Dabei handelt es sich um eine Ausnahmeregelung, denn in der Regel besteht eine Ausschreibungspflicht für Grundstücke in der Überseestadt, auf denen sich ein aufragendes Gebäude befindet und für das es mehr als einen Nachfrager gibt. Die CDU stimmte in der Deputation gegen den Verkauf, weil es ihrer Ansicht nach dennoch eine Ausschreibung hätte geben müssen. Nun muss der Haushalts- und Finanzausschuss dem Verkauf noch zustimmen.

Zucker ist "standortrelevanter Faktor" für Bremen

Der Verein Zucker ist ein Netzwerk von rund fünfzig Aktiven zwischen 18 und 40 Jahren, mit einem Umfeld von bis zu tausend weiteren Menschen. Für Bremen sei der Verein ein bedeutendes subkulturelles Netzwerk und ein wichtiger standortrelevanter Faktor, gerade wenn es darum gehe, Bremen für junge Bildungs- und Berufswanderer attraktiv zu halten, hieß es in einer Senatsvorlage.

Der Senat hatte den Beschluss zum Direktverkauf in dem Wissen gefasst, dass mit Widerstand von Anwohnern und einem gerichtlichen Vorgehen gegen die Baugenehmigung für den Umbau des Bunkers gerechnet wird. Gegen eine "Hinhaltetaktik" der Politik und für Räume für Subkultur hatten auf Initiative des Vereins am Samstag rund 1.500 Menschen in der Bremer Innenstadt bei einem Demo-Rave demonstriert. Das Kollektiv sucht bereits seit fünf Jahren nach einem Ort für Probenräume, Künstlerateliers und einen Club.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. Juni 2018, 18:00 Uhr