Frauenbeauftragte: Wir müssen mehr gegen häusliche Gewalt tun

  • Kontinuierlicher Anstieg in den letzten fünf Jahren
  • Frauenbeauftragte: Frauen gehen häufiger zur Polizei
  • Bereitschaft zur Anzeige steigt
Eine Frau liegt im Bett und schläft während im Hintergrund ein Mann in der Tür.

Die Anzahl von Gewaltstraftaten in Beziehungen ist in Bremen und Bremerhaven in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich angestiegen. Das zeigt eine Statistik des Innensenators zum Thema häuslicher Gewalt.

Die Polizei in Bremen und Bremerhaven ermittelte im vergangenen Jahr in fast 2.300 Beziehungstaten, unter anderem wegen Körperverletzung und Stalking. Das sind rund 350 Fälle, also rund 15 Prozent, mehr als noch im Jahr 2013. Allein in der Stadt Bremen wurden demnach im letzten Jahr 1.893 Fälle angezeigt. Das Innenressort vermutet hinter dem Anstieg unter anderem, dass die Bereitschaft steigt, solche Straftaten anzuzeigen.

Laut der Bremer Frauenbeauftragten Bettina Wilhelm könnten die Ereignisse der Silvesternacht in Köln 2015/2016 und die Aufschrei- sowie die MeToo-Debatte dazu geführt haben, dass sich mehr Frauen trauten, Übergriffe anzuzeigen. "Wenn man genauer hinschaut, wann die Zunahmen waren, dann sieht man, dass die Anzeigen 2016 stark angestiegen sind", sagte Wilhelm. Zu dieser Zeit hätten gesellschaftliche Debatten ein Klima erzeugt, in dem Frauen sich vielleicht eher trauten, sich bei der Polizei zu melden.

Gleichwohl gebe es eine hohe Dunkelziffer von Fällen, und es sei nicht auszuschließen, dass auch die Fälle, und nicht nur die Anzeigen, angestiegen seien. Nicht zuletzt deshalb könne man sich nicht ausruhen: "Wir müssen bei der Prävention noch mehr tun", sagte Wilhelm.

Dieses Thema im Programm: buten und binnen, 15. Mai 2018, 19:30 Uhr