Woher kommt das mysteriöse Wummern im Bremer Westen?

Viele Anwohner in der Überseestadt und in Walle wundern sich seit einiger Zeit über ein wummerndes Geräusch. Wir haben recherchiert und die Antwort gefunden.

Diese Ramme im Europahafen schlägt bis zu 18 Meter tiefe Löcher in den Boden
Diese Ramme im Europahafen schlägt bis zu 18 Meter tiefe Löcher in den Boden.

Vor einigen Tagen wandte sich eine Facebook-Userin mit einem interessanten Hinweis an uns: "Seit Wochen ist im Raum Woltmershausen/Rablinghausen zu unregelmäßigen Zeiten ein dumpfes Klopfen zu hören", beschrieb sie ihre Erfahrungen.

Und damit ist sie nicht alleine: Schon seit einigen Tagen wundern sich offenbar viele Bewohner in den Stadtteilen um den Europahafen über ein mysteriöses Wummern und Dröhnen, das durch den Boden bis in ihre Häuser dringt. Unsere Facebook-Userin will anonym bleiben, aber aus ihrem Ärger macht sie keinen Hehl. Das Klopfen würde teils morgens um 5 Uhr beginnen und sei auch schon samstagnachts um 2 Uhr zu hören gewesen. Viele Menschen seien dem Geräusch ausgeliefert, schreibt sie, weil man es nicht ausblenden könne. Und ebenso ratlos haben sich auch andere Bremerinnen und Bremer an unsere Redaktion gewandt. Also haben wir uns auf die Suche nach dem Grund begeben.

Die Ursache für das Geräusch liegt in der Baustelle am Europahafen in der Überseestadt. Hier entstehen aktuell neue Gebäude für Büros und Wohnungen. Und um das Fundament bauen zu können, müssen 268 Pfähle in den Boden gesetzt werden, erklärt Holger Römer, Sprecher der verantwortlichen Baufirma Zech. Für diese Pfähle werden gerade mit einer Ramme Löcher in den Boden gestampft, die bis zu 18 Meter tief sind.

Wenn die Ramme nach unten fällt, dann wird die Luft komprimiert. Dadurch entsteht das Wummer-Geräusch. Wir haben aber bei Messungen gesehen, dass die Geräuschemmissionen alle unter den Richtwerten bleiben.

Holger Römer, Pressesprecher Zech Bau GmbH

Außerdem sei nur unter der Woche und tagsüber von 7 Uhr bis 18 Uhr, beziehungsweise 11:30 Uhr gearbeitet worden. Aber lange werden die Anwohner die Geräusche so oder so nicht mehr hören müssen: "Wenn nichts dazwischen kommt, sollten wir diesen Freitag, spätestens Montag fertig sein", erklärt Holger Römer.

Autorin

  • Rebecca Küsters

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 9. Oktober 2019, 23:30 Uhr