Darum ist der Bremer Winter so grau und nass – und bleibt es auch

Wer in diesem Winter in den Himmel blickt, sieht meistens ein dickes, graues Wolkenmeer ohne Sonne. Woran liegt das? Und ist das normal für diese Jahreszeit?

Frau im Schmuddelwetter
Auf Regenschirm und wasserfeste Jacke konnten Bremerinnen und Bremer diesen Winter nur selten verzichten. Bild: DPA | Marcus Brandt

Das Bremer Schmuddelwetter sind wir ja gewöhnt – aber so lange? Seit dem meteorologischen Winterbeginn am ersten Dezember, gab es insgesamt nur neun Tage, an denen in der Hansestadt kein einziger Tropfen vom Himmel gefallen ist und die Regenjacke im Schrank hängen bleiben konnte. Wir haben uns gefragt: Ist das ein ungewöhnlicher Winter und hat die andauernde Nässe auch positive Effekte, zum Beispiel für die Natur?

Claudia Kahl von der Wetterwelt GmbH kann momentan leider keine erkennen. Der Bremer Boden ist trotz des vielen Regens noch immer zu trocken. Zwar steht den oberen Schichten des Bodens durch den Niederschlag viel Wasser zur Verfügung, die tieferen Schichten kriegen aber zu wenig davon ab und sind somit noch immer sehr trocken. Und auch das Regen-Soll haben wir aktuell noch nicht erreicht: erst etwas weniger als 44 Prozent des langjährigen Niederschlag-Mittelwertes konnten die Meteorologen verzeichnen. Es fehlt also noch ein ganzes Stück, um den Boden wieder richtig zu durchfeuchten. Ungewöhnlich findet Wetterexpertin Claudia Kahl das für diese Jahreszeit aber nicht. Dass es aktuell aber bei dem Mix aus grauen Wolken und Regen bleibt, sich seit Wochen kein Wetterwechsel vollzieht, hingegen schon.

Ungewöhnlich langes Schmuddelwetter – das sind die Gründe

Aber woran liegt das? Wetterwelt Meteorologin Claudia Kahl sieht mehrere Faktoren hierfür verantwortlich. Zum einen kann es einen Zusammenhang mit dem Klimawandel geben. Durch die Erderwärmung ist der Temperaturunterschied zwischen den Klimazonen geringer geworden. Dadurch kommt es zu geringeren Druckunterschieden, die sich innerhalb der Luftzirkulation in unseren Breitengeraden bemerkbar machen.

Ein weiterer Aspekt ist der sogenannte Jetstream. Hierunter verstanden wird ein Band aus Starkwinden, die in großer Höhe dafür sorgen, dass Tiefdruckgebiete auf dem Atlantik entstehen. Außerdem transportieren sie großräumig Luft zwischen verschiedenen Temperaturregionen. Und genau dieser Prozess kommt aktuell nicht bei uns an, da sich der Jetstream mit seinem starken Wind nach Norden verschoben hat. Deshalb kommt es momentan zu andauernden Wetterlagen, die uns Bremerinnen und Bremern das klassische Schietwetter bescheren. Freuen können sich die Osteuropäer. Dort sind aktuell die Hochdrucklagen anzutreffen, die wir so gerne zu uns in den Norden holen würden.

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Autorin

  • Rena Lossau

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 07. Januar, 19:55 Uhr