Interview

Bremer Wetter 2020: Viel zu warm – wird es wieder ein Dürresommer?

Die ersten heißen Tage in Bremen gab es im Juni schon. Der Trend zu warm und zu trocken hält sich wohl. Aber: Gelegentliche Tiefs könnten für Erleichterung sorgen.

Thermometer vor der Sommersonne
Warm und trocken wird es wohl auch in diesem Sommer in Bremen. Bild: Imago | Allover-Mev

Die Hälfte des Jahres 2020 ist vorbei und der Sommer in vollem Gange. Am vergangenen Freitag stiegen die Temperaturen erstmals in diesem Jahr in Bremen und Bremerhaven über die 30-Grad-Marke. Vom bis dato heißesten Tag in einem Bremer Juni mit 35,4 Grad im letzten Jahr ist das aber weit entfernt. Und auch ansonsten können Bremerinnen und Bremer diesen Sommer auf gelegentliche Tiefs zwischen den Hitzephasen hoffen. Warum es aber trotzdem zu heiß und zu trocken ist, erklärt Diplom-Meteorologin Claudia Salbert.

Wie verlief der erste Sommermonat des Jahres?
Zuerst einmal müssen wir uns vor Augen halten, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch die Auswertung der letzten beiden Tage fehlt. Bis jetzt hatten wir aber eine Mitteltemperatur von 18,1 Grad in Bremen und von 17,7 Grad in Bremerhaven. Das macht diesen Juni zum achtwärmsten Juni in der bremischen Geschichte. In Bremerhaven liegt er sogar auf Platz fünf.

Dagegen haben wir in Bremen einen Niederschlag von 30 Litern pro Quadratmeter und in Bremerhaven von 53 Litern. Das ist in beiden Fällen zu trocken. In Bremen bedeutet das sogar weniger als die Hälfte des normalen Niederschlags. Das ist weiterhin ein Problem, auch wenn dieser Sommer bis jetzt keinen "Rekord" gebrochen hat, was Hitze oder Dürre angeht.
Waren die Temperaturen im Juni im Schnitt höher als sonst?
Ja, in Bremen und Bremerhaven waren die Temperaturen im Juni im Schnitt etwa 2,5 Grad höher als sonst zu dieser Zeit. Es bleibt also zu warm.
Und wie verlief die erste Jahreshäfte 2020?
Der Winter war definitiv viel zu warm und lag 5,6 Grad über der durchschnittlichen Wintertemperatur in Bremen. In Bremerhaven lag er 5,7 Grad über dem Mittel.

Beim Frühling sieht es ähnlich aus, der war zu trocken. So war zum Beispiel der April in Bremen der sonnigste seit Beginn der Aufzeichnungen – es gab 292 Sonnenstunden, in Bremerhaven 268. Und im März war Bremen sogar das wärmste Bundesland mit einer Durchschnittstemperatur von 6,3 Grad – und mit knapp 185 Sonnenstunden das Bundesland mit dem zweitmeisten Sonnenschein nach Sachsen-Anhalt.
Gerade war Siebenschläfer. Heißt das, das Wetter bleibt jetzt erst mal so wie in den letzten Tagen?
Tatsächlich können wir vermuten, dass das Wetter ähnlich bleiben wird, wie über die Siebenschläfer-Tage. Das heißt also, wir werden wahrscheinlich auch dieses Jahr längere Hoch-Phasen mit schönem Wetter und sommerlichen Temperaturen bekommen. Aber im Gegensatz zu den Rekordsommern der letzten Jahre können wir dieses Jahr auf gelegentliche Tiefs hoffen, die Erleichterung schaffen. Also eigentlich so, wie man sich einen Sommer in Deutschland vorstellt.

Allerdings sollte man dabei nicht vergessen, dass man eine hundertprozentige Prognose über diesen Zeitraum nicht geben kann. Es kann also durchaus sein, dass es nochmal ein mehrwöchiges Hoch gibt, zum Beispiel im August. Aber tendenziell halte ich das eher für unwahrscheinlich.

Sommer, Sonne, Abstand: So kommen die Corona-Regeln im Freibad an

Video vom 25. Juni 2020
Ein Schild der Coronaregeln im Freibad.

Autorin

  • Elena Pintus

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 30. Juni 2020