Infografik

Weserfähre "Alma" macht Schluss – vorerst

  • Die Fährverbindung wird Ende Oktober eingestellt
  • Fahrgäste decken Kosten nicht
  • Sprecher: Tragfähige Lösung braucht mehr Unterstützer
Fähre Alma legt ab.

Bis zum 30. Oktober legt das Weser-Shuttle "Alma" noch ab – danach ist erst mal Schluss. Klar ist schon jetzt: Nur wenige Menschen haben die Fährverbindung zwischen der Bremer Überseestadt und dem Weserstadion während des Testbetriebs seit Juli genutzt. Die Initiatoren des Projekts hatten schon beim Start angekündigt, nach vier Monaten schauen zu wollen, wie das Angebot angenommen werde. Das steht jetzt an. Ob die Fährverbindung nach der Auswertung wieder aufgenommen wird, ist noch unklar.

Kapitän Kai Dröge-Buscher fordert mehr Durchhaltevermögen, denn es gebe schon Ideen, das Angebot zu verbessern, sagte er buten un binnen. Passagiere hätten vorgeschlagen, Rablinghausen mit einem eigenen Ponton einzubinden oder Pier 2 anzulaufen. "Wenn man das gemacht hat, wenn man die Infrastruktur dementsprechend angepasst hat, dann ist das nachher ein Erfolg", so Dröge-Buscher.

Das Shuttle-Projekt sollte ein Angebot vor allem für Pendler sein. Die Fahrt vom Weserstadion zum Landmark-Tower kostet vier Euro.

Zukunft der Weserfähre ist offen

Die Idee für die Fährverbindung zwischen der Bremer Überseestadt und dem Weserstadion hatte CDU-Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder. Er finanziert die Hälfte der Kosten für den Testlauf in Höhe von 135.000 Euro über seine IT-Firma Team Neusta. Weitere Sponsoren sind unter anderem die Zech-Gruppe und der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen.

Ob und wann die "Alma" der Reederei Hal Över im kommenden Jahr wieder fährt, ist noch unklar. Der Geschäftsführer von Meyer-Heders Firma teilte buten un binnen mit: "Eine für die Zukunft tragfähige Lösung bedarf unter anderem weiterer Unterstützer und einer optimierten Strecke."

Debatte über "Wesertaxis" schon in den 90er-Jahren

In Bremen wurde schon vor Jahren über einen Fährverkehr gesprochen. So wurde bereits im Jahr 1994 ein Verkehrsplanungsbüro mit einer Machbarkeitsstudie zu einer Fährverbindung zwischen Blumenthal und dem Weserwehr beauftragt. Und im Verkehrsentwicklungsplan 2025 spielten die Experten eine solche Fährverbindung noch einmal mit aktuellen Berechnungen durch. Das Konzept wurde aber nie umgesetzt, weil nach Angaben der Planer zu viele Gründe dagegen sprachen.

Eine Fähre zwischen Blumenthal und Weserwehr: So waren die Planungen

Weserbus Bremen WESERWEHR MARTINI-ANLEGER STEPHANITORSBOLLWERK WOLTMERSHAUSEN ÜBERSEESTADT WATERFRONT HASENBÜREN MITTELBÜREN VEGESACK BLUMENTHAL FAHRTZEIT: 79 MINUTEN NOCH BENÖTIGTE ANLEGER VORHANDENE ANLEGER CA. 600 CA. 900 - 1.100 CA. 100 ERWARTETE PASSAGIERE PRO WERKTAG:
Quelle: VEP Bremen 2025

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. Oktober 2018, 19:30 Uhr