Infografik

So viel besser ist die Luft in Bremen durch Corona

Leere Straßen und weniger Industrie: Durch die Corona-Krise ist die Luft in Bremen sauberer. Das kann vor allem Allergikern helfen.

vierspurige leere Straße in der Bremer Innenstadt bei Sonnenschein
Auch das Ausbleiben des Verkehrs hat einen Einfluss auf die Luftqualität. Bild: Imago | foto2press

Einmal an die frische Luft und tief durchatmen: Das tut gerade in der aktuellen Situation gut. Und zwar nicht nur, weil man dann für einen Moment der Wohnung entfliehen kann - sondern auch, weil die Luft in diesen Tagen besonders sauber ist.

Das zeigen die Werte der Messstationen im Land Bremen. Demnach sind vor allem die Stickstoffdioxid- und die Feinstaubwerte gesunken. "Wir haben einen starken Rückgang und liegen weit unter den Grenzwerten", sagt der Sprecher des Umweltressorts, Jens Tittmann.

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Wenig Verkehr und Industrie

Die Gründe dafür sieht Tittmann einerseits in den leeren Straßen. "Der Verkehr ist um mehr als 40 Prozent zurückgegangen", erklärt er. Vor allem seien auch weniger Lkw unterwegs. Außerdem mache sich auch bemerkbar, dass Industriebetriebe teilweise nur noch eingeschränkt arbeiten können. Vor allem der Emissions-Rückgang bei den Kraftwerken und beim Bremer Stahlwerk seien hier ausschlaggebend. Diese würden sonst nämlich größere Mengen Schadstoffe ausstoßen.

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Doch neben dem Coronavirus hat vermutlich auch das Wetter einen positiven Einfluss auf die saubere Luft. Das war in diesem Jahr nämlich laut Tittmann sehr feucht und windig. "Das führt dazu, dass Schadstoffe aus der Luft ausgewaschen oder einfach weggepustet werden", erklärt er. Deswegen ließe sich der genaue Einfluss der Corona-Krise auf die Luftqualität auch erst am Ende des Jahres bestimmen.

Vor allem gut für Allergiker

Natürlich freut sich jeder, saubere Luft in der Nase zu haben. Aber besonders angenehm dürfte das für Allergiker sein: Laut Wissenschaftlern des Max Planck Instituts für Chemie sind die Pollen nämlich bei sauberer Luft weniger aggressiv als hohen Schadstoffwerten. Das kommt dadurch, dass sich zum Beispiel Ozon und Stickoxide an den Pollenkörnern anlagern können, erklärt Chemiker Ulrich Pöschl. Dort kommt es dann zu chemischen Veränderungen der allergenen Eiweißmoleküle. "Diese chemischen Veränderungen bewirken dann eine ​verstärkte allergieauslösende Wirkung der Pollenkörner."

Aber auch, wenn jetzt für einige Wochen weniger Schadstoffe ausgestoßen werden - für das Klima im Großen und Ganzen ändert sich wohl nichts. Denn um einen Effekt auf den Klimawandel zu haben, müssten die Werte noch eine ganze Zeit länger so niedrig sein. "Aufgrund der sehr langen Lebensdauer von CO2 in der Atmosphäre ist der Einfluss dieser für den Gesamtanstieg des CO2 in der Atmosphäre vergleichsweise gering", sagt Ulrich Pöschl.

Weitere Informationen:

Autorin

  • Rebecca Küsters

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 8. April 2020, 11:45 Uhr