Wer darf mit wem in Bremen Weihnachten feiern?

So schnell die Sitzung zwischen Kanzlerin und Ministerpräsidenten am Sonntag ging, so komplex sind doch die Weihnachtsregeln. Ein Überblick.

Ein kleines Mädchen mit Atemschutzmaske beschmückt zuhause einen Weihnachtsbaum.
Auch wenn während der Weihnachtsfeiertage mehr erlaubt ist, bat die Bremer Regierung möglichst um Verzicht, um Freunde und Familie nicht zu gefährden. Bild: DPA | MAXPPP / Pierre Teyssot

"Strikt, aber lebensnah" nannte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte am Sonntag die Regeln, die nun für das Weihnachtsfest gelten sollen. Ursprünglich wollte Bremen während der Feiertage gar keine Ausnahmen machen, dann entschied man sich jedoch für den Bundeskurs. Heißt: An Weihnachten dürfen Bremer nun mehr, aber immer noch nicht viel.

Vom 24. bis einschließlich 26. Dezember wird der Kreis der erlaubten Personen erweitert: Zusätzlich zu einem Hausstand dürfen bis zu vier erwachsene Personen dazustoßen, die aus dem "engsten Familienkreis" stammen, heißt es im Beschlusspapier. Ein Begriff mit Deutungsspielraum; daher lieferte die Politik eine genaue Definition gleich mit: Gemeint sind "Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft sowie Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörige."

Im Klartext: Theoretisch sind an Weihnachten mehr als fünf Erwachsene möglich, auch mehr als zwei Haushalte sind drin. Allerdings gibt es Konstellationen, bei denen Vorsicht geboten ist. Ein paar erklärende Szenarien:

  • Beispiel 1: Das Ehepaar Menke möchte bei sich Weihnachten feiern. Das Paar würde dafür gerne sein erwachsenes Kind einladen, das wiederum eine Ehepartnerin und zwei Kinder hat. Die Kinder sind beide über 14 Jahre alt, trotzdem wäre alles im Rahmen: Der Regelung entsprechend ist es ein Hausstand plus vier Personen, also genau die erlaubte Personenzahl. An der Stelle wäre auch nicht relevant, falls die beiden Kinder womöglich nochmal in anderen Haushalten wohnen.
  • Beispiel 2: Das Ehepaar Aydincioglu möchte auch bei sich Weihnachten feiern und hat zwei Kinder, beide mit Ehepartner, beide mit eigenen Kindern. Allerdings sind die Kinder alle unter 14 Jahre alt. Auch hier wären es also Hausstand plus genau vier Personen, da Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt werden.
  • Beispiel 3: Bei Familie Meier wird es schwierig: Herr und Frau Meier haben drei erwachsene Kinder, alle haben einen Partner. Das wäre ein Hausstand plus sechs Personen; also zwei zu viel. Demnach müssten beispielsweise zwei der Partner zuhause bleiben.
  • Beispiel 4: Auch Frau Nowak und Frau Schmied müssen ihre Weihnachtspläne nochmal überdenken. Die beiden Frauen, die zusammen leben, möchten die Eltern von Frau Nowak einladen, zudem den Onkel und die Tante. Das wäre zwar eigentlich ein Hausstand plus vier Personen, allerdings erstreckt sich die Regelung nur auf Verwandte in "gerader Linie" – und dazu gehören Onkel und Tante laut Definition nicht. Ihren Bruder und ihre Schwester dürfte Frau Nowak hingegen einladen. Auch wäre möglich, dass sie nur ihren Onkel und ihre Tante einlädt und sonst niemanden. Denn weiterhin gilt natürlich auch die sonstige Regelung: Es dürfen sich bis zu fünf Personen von zwei verschiedenen Hausständen treffen.

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Video vom 13. Dezember 2020
Bürgermeister Andreas Bovenschulte bei der Pressekonferenz im Bremer Rathaus
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Jochen Duwe

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 14. Dezember 2020, 23:30 Uhr