Weiche Kante: Neuer Stadtstrand entsteht in der Überseestadt

Bremen bekommt einen neuen Strand: Heute ist Spatenstich für die sogenannte Weiche Kante. Am Ende der Landzunge gegenüber vom Pier 2 kann man voraussichtlich ab Ende 2018 im Sand liegen und den Blick auf Bremens Industriekulisse genießen.

Die "Weiche Kante" in der Bremer Überseestadt als Planungskizze.
So soll die sogenannte Weiche Kante aussehen, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind. Der Strand wird laut Planungen mehr als 300 Meter lang sein. Bild: A24 Landschaft / Monocrom

Die Weiche Kante soll zwei Dinge gewährleisten: Erstens soll ein moderner Hochwasserschutz mit einem sanften Übergang zwischen Stadt und Wasser entstehen, einer weichen Kante eben. Zweitens sollen durch das neue Freizeitgebiet die Überseestadt, Gröpelingen und Walle näher zusammenwachsen. Die Kosten für das Projekt liegen bei knapp 8,7 Millionen Euro. Fast 85 Prozent der Kosten übernehmen der Bund sowie der Europäische Fonds für regionale Entwicklung.

Doch bevor die Bremer beim Feierabendbier in die untergehende Sonne schauen können, sind noch einige Arbeitsschritte nötig. Derzeit ist der Kampfmittelräumdienst vor Ort beschäftigt, um das Gelände von gefährlichem Material zu säubern. Offenbar wurde weit mehr Material gefunden, das entfernt werden muss, als ursprünglich angenommen, teilte das Wirtschaftsressort mit. Bis September wird der Dienst noch mit der Räumung beschäftigt sein, möglicherweise auch noch länger, hieß es. Baden ist an der Weichen Kante übrigens tabu, weil es direkt am Wendebecken für Schiffe liegt und damit im Hafengebiet.

Bäume am Molenturmweg

Am nördlichen Zipfel des früheren Überseehafens soll nicht nur ein rund 18.500 Quadratmeter großer Strandpark entstehen, die Größe entspricht rund zweieinhalb Fußballfeldern. Auch das Gelände rund um den früheren Leuchtturm (Molenturm), der einst Schiffen den Weg in den Überseehafen wies, bekommt eine Generalüberholung. Die Arbeiten am Molenturm beginnen bereits in diesem Monat. Unter anderem wird der Platz am Turm gepflastert, ein neues Geländer eingelassen und Bäume entlang des Weges gepflanzt. Dieser Arbeitsabschnitt soll im April 2018 abgeschlossen sein. Währenddessen ist der Fähranleger zugänglich, das gesamte Gelände aber nur mit Einschränkungen.

Für den Hochwasserschutz wird ab Januar am Gustav-Eriksson-Ufer eine Spundwand eingesetzt. Eine zweite folgt im Sommer 2018 vor dem Schuppen 17. Außerdem legen die Arbeiter einen sogenannten Deichverteidigungsweg an.  

315 Meter langer Sandstrand

Die "Weiche Kante" mit dem Molenturm in der Bremer Überseestadt als Planungskizze.
Der Molenturm am ehemaligen Überseehafen wird mit einer neuen Promenade in die Weiche Kante integriert. Bild: A24 Landschaft / Monocrom

Der Strandpark folgt als letzte der Baumaßnahmen. Das Ausschreibungsverfahren läuft derzeit, teilt das Wirtschaftsressort mit. Ab Oktober soll gebaut werden. Rund 134.000 Kubikmeter Sand werden für den 315 Meter langen Strand aufgespült. Das soll nach derzeitiger Planung bis spätestens Juli 2018 abgeschlossen sein.

Im Herbst kümmern sich die Freiraumplaner dann um den Feinschliff: Sie modellieren eine Dünenlandschaft, pflanzen Bäume, legen Holzwege und Treppenabgänge an. Zum Schluss wird noch ein Uferweg gebaut und fertig ist der neue Stadtstrand mit Blick auf Bremens Industriekulisse.

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Microsoft Bing Maps anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 4. August 2017, 19:30 Uhr

Archivinhalt