Fragen & Antworten

Warnstreiks in Bremen: Das fordern die Gewerkschaften

Am Mittwoch haben mehrere Gewerkschaften Angestellte im öffentlichen Dienst zum Streik aufgerufen. Doch was fordern sie? Und für wen?

Zwei Plakate mit der Aufschrift "Wir Streiken", die an der Wand und einer Tür lehnen.
Nicht alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind morgen zum Streik aufgerufen.

Mindestens 3.500 Streikenden aus Bremen und Niedersachsen werden am Mittwoch bei der Kundgebung in der Bremer Innenstadt erwartet. An mehreren Schulen dürfte die Tagesbetreuung beeinträchtigt sein, bei öffentlichen Ämtern könnten die Warteschlangen die Geduld der Kunden strapazieren. Hier die drei wichtigsten Fragen und Antworten zu den Warnstreiks.

Wer streikt am Mittwoch?
Die Warnstreiks betreffen die Angestellten, die im öffentlichen Dienst des Bundeslandes arbeiten. Das sind zum Beispiel Verwaltungsangestellte bei Behörden, Mitarbeiter an Hochschulen, in der Justizvollzugsanstalt oder angestellte Erzieher und Lehrer an Schulen. Auch Auszubildende und Praktikanten könnten in den Streik treten. Die aktuellen Tarifverhandlungen betreffen nur die Tarifbeschäftigten der Länder: Deshalb werden Kindertagesstätten wie die der Kita Bremen nicht bestreikt, erläutert Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Deren Erzieher und Erzieherinnen sind Angestellte der Kommune. Beamte werden auch nicht auf die Straße gehen, sie dürfen gar nicht streiken.
Was fordern die Gewerkschaften?
Es gibt mehrere Forderungen. Insgesamt peilen die Gewerkschaften eine Gehaltserhöhung um sechs Prozent an, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Für Auszubildende und Praktikanten werden 100 Euro mehr und 30 Tage Urlaub angestrebt. Für einige Berufe – wie zum Beispiel nicht-ärztliche Beschäftigte in Krankenhäusern – sollen höhere Zuschläge für Samstagsarbeit bezahlt werden. Die Forderungen werden bereits diskutiert. Die dritte Verhandlungsrunde ist für Donnerstag und Freitag geplant.
Wie sieht die Bezahlung heute aus?
Die Antwort ist laut der GEW relativ komplex. "Für Erzieher und Lehrer ist es zum Beispiel schwierig, pauschale Zahlen zu nennen" sagt Gloede. Die Vergütung hänge von der Tätigkeit und den Dienstjahren ab. Zwischen verbeamteten und landesangestellten Lehrern könne es im Monat bis zu 500 Euro Unterschied geben. Erzieher, die an einer kommunalen Einrichtung tätig sind, könnten bis zu 300 bis 400 Euro mehr verdienen als ihre Kollegen, die beim Land Bremen angestellt sind.

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  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier beginnt, 26.03.2019, 8:10 Uhr