Öffentlicher Dienst streikt in Bremerhaven für höhere Löhne

  • Öffentlicher Dienst streikt in Bremerhaven an mehreren Orten
  • Abschlusskundgebung vor Klinikum Reinkenheide
  • Verdi zeigt sich zufrieden mit Beteiligung
Menschen mit Masken, Schildern und Warnwesten stehen vor einem Gebäude mit der Aufschrift Ärztehaus.
Zur Abschlusskundgebung trafen sich die Streikenden in Bremerhaven vor dem Klinikum Reinkenheide. Bild: Radio Bremen | Luca Laube

Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes haben am Dienstag in Bremerhaven die Arbeit zu einem Warnstreik niedergelegt. Am Vormittag hielten sie an mehreren Orten Zwischenkundgebungen ab und bewegten sich in einem Fahrradkorso durch die Stadt. Zur Abschlusskundgebung versammelten sich die Teilnehmer vor dem Klinikum Reinkenheide, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. "Die Botschaft ist, dass wir ein Angebot der Arbeitgeber erwarten", sagte Jörn Kroppach, Gewerkschaftssekretär von Verdi Niedersachsen-Bremen, zu buten un binnen. Auch nach zwei Verhandlungsrunden liege kein Angebot vor. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent. Unter den Streikenden habe eine gute, aber entschlossene Stimmung geherrscht. Sie seien bereit ein Zeichen zu setzen, so Kroppach. Die Teilnahme sei überraschend gut für einen ersten Warnstreik zu Corona-Zeiten gewesen.

Keine Einschränkungen durch Streik am Klinikum Reinkenheide

Die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes verbinde laut Kroppach, dass sie gemeinsam an einer funktionierenden Infrastruktur arbeiten. Verdi hatte Beschäftigte von Stadtverwaltung, Bürgerbüro und Entsorgungsbetrieben, ebenso wie des Gesundheitsamts, der Feuerwehr, von Sparkassen und dem Standesamt zum Warnstreik aufgerufen. Aber auch Beschäftigte des Alfred-Wegener-Instituts, des Zoos am Meer oder der Bädergesellschaft. Zum Beispiel Klinikumsbeschäftigte hätten über Monate viel Applaus bekommen und würden nun eine entsprechende Wertschätzung bei der Bezahlung erwarten, so Kroppach. Im Klinikum Reinkenheide sei während des Streiks eine Notbesetzung für Bereiche wie die Intensivstation, Notfälle oder den Reinigungsdienst sichergestellt gewesen, sagte Geschäftsführer Thomas Kruse. Der Streiktag sei aus Sicht des Klinikums unkompliziert und ohne Einschränkungen verlaufen.

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Video vom 28. September 2020
Zwei Personen malen mit neonfarben auf die Straße.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 29. September 2020, 19:30 Uhr