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Warnstreik in Bremen: Hier könnten Sie Probleme bekommen

Die Gewerkschaften haben Beschäftigte im öffentlichen Dienst für heute zum Streik aufgerufen. In diesen Ämtern und Einrichtungen könnte es Einschränkungen geben.

Streikende auf dem Bremer Marktplatz.

Etwa 10.000 Angestellte beschäftigt das Land Bremen im öffentlichen Dienst – an Schulen, Hochschulen, in der Verwaltung. Vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde wollen die Gewerkschaften Verdi, GEW und GdP in Bremen den Druck erhöhen und haben deshalb am Mittwoch zu einem Warnstreik aufgerufen. Etwa 3.500 Teilnehmer aus Bremen und Niedersachsen werden bei einer Demonstration erwartet, die am Vormittag durch Bremen ziehen wird.

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Die Gewerkschaften fordern für die Landesbediensteten bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter: insgesamt sechs Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 200 Euro. Der öffentliche Dienst beim Land werde zunehmend unattraktiv, inzwischen würden viele Beschäftigte besser vergütete Stellen bei Kommunen und in der freien Wirtschaft annehmen, so die Arbeitnehmervertretungen.

Hier soll gestreikt werden

Bestreikt werden unter anderem Ämter, Schulen und Hochschulen. Hier könnte es also am Mittwoch zu Engpässen und Verzögerungen kommen:

1 Ämter und Behörden

Das Amt für Soziale Dienste wird bestreikt. "Für alle Sozialzentren ist aber ein Notdienst sichergestellt, sodass dringende Angelegenheiten erledigt werden können", teilte der Sprecher, Bernd Schneider, auf Anfrage mit. Auch Bürgeramt, Standesamt, Migrationsamt und Ordnungsamt sollen betroffen sein, wie das Innenressort mitteilte. Ziel sei aber, alle Kunden mit Termin bedienen zu können. "Die Kundinnen und Kunden wurden entsprechend informiert. In den Fällen, in denen Termine abgesagt werden mussten, wurden zeitnahe neue Termine vereinbart", so die Sprecherin Rose Gerdts-Schiffler.

Wer keinen Termin hat, sollte am besten an einem anderen Tag den Behördengang erledigen. Das Innenressort rechnet allerdings selbst in den nächsten Tagen mit längeren Wartezeiten. Das Gesundheitsamt soll laut Verdi ebenfalls bestreikt werden. Kunden des Finanzamtes dürften hingegen von den Folgen des Streiks verschont bleiben: Die zentrale Anlaufstelle werde besetzt sein, meldete die Finanzbehörde.

2 Schulen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kündigte an, dass Schulen aller Schulformen betroffen sein könnten. "Es wird wahrscheinlich Unterrichtsausfall geben", sagte der Landesvorstandsprecher Christian Gloede. Da viele Lehrer verbeamtet seien und nicht streiken dürften, dürfte sich dieser jedoch in Grenzen halten. Einige Ganztagsschulen könnten allerdings stärker betroffen sein, weil dort vor allem angestellte Lehrer und Erzieher die Kinder betreuten. Um welche Schulen es sich genau handelte, darüber konnte die Gewerkschaft am Dienstag noch keine Angaben machen. Das Bildungsressort bleibt jedoch gelassen: "Wir gehen davon aus, dass es wie beim Streik der vergangenen Woche sein wird und der Unterricht nicht zusammenbrechen wird", sagte eine Sprecherin.

3 Hochschulen

Sowohl die Universität Bremen als auch die Hochschule Bremen konnten am Dienstag noch nicht mit Sicherheit sagen, ob es Ausfälle bei Vorlesungen oder Seminaren geben wird. "Die meisten Lehrkräfte sind verbeamtet, daher denken wir nicht, dass es Einschränkungen geben wird. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es aber nicht", so der Hochschulsprecher, Ulrich Berlin. Es kann aber sein, dass einige Küchen kalt bleiben: Das Studierendenwerk Bremen hat angekündigt, dass zwei Mensen nur ein eingeschränktes Angebot bieten werden, während zwei Cafés komplett geschlossen bleiben.

4 Martinsclub

Der Martinsclub betreut Menschen mit Beeinträchtigungen, auch in Inklusionsklassen. Der Kommunikationsleiter, Benedikt Heche, meldete, dass bei der Betreuung an Schulen mit Ausfällen zu rechnen sei. "Wir haben noch keine konkreten Zahlen, aber es kann sein, dass es im Bereich Schule schwierig sein wird, die Ausfälle aufzufangen. Wir werden es mit Vertretungen versuchen." Bei den anderen Angeboten wie Wohn- und Pflegedienst würden hingegen Notsysteme eingerichtet.

5 Weitere Einrichtungen

Es ist nicht auszuschließen, dass weitere Einrichtungen am Mittwoch bestreikt werden, vor allem in den Bereichen Forschung, Erziehung und Verwaltung.

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  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier beginnt, 26.03.2019, 8:10 Uhr