Fragen & Antworten

So kommen Bremer VW-Diesel-Fahrer bequemer an Schadensersatz

Seit neustem können sich Verbraucher in Deutschland Musterfeststellungsklagen anschließen. Das spart Anwaltskosten und ist zum Beispiel für Besitzer von schmutzigen VW-Dieselautos interessant.

Volkswagen-Logo und Paragraphen-Zeichen
Autofahrer können mit einer Musterfeststellungsklage gegen den VW-Konzern vorgehen. Bild: DPA | Christian Ohde

Wer ein Dieselauto mit manipulierter Abgas-Software von VW gekauft hat, muss nicht mehr alleine gegen den Großkonzern klagen. Dank der neuen Musterfeststellungsklage können Geschädigte gemeinsam gegen Volkswagen vorgehen. Wie das funktioniert, wer sich der Klage genau anschließen kann und was sonst noch zu beachten ist, erklärt die Verbraucherzentrale Bremen.

Wie klagt man überhaupt?
Bei der Musterfeststellungsklage klagen nicht einzelne Verbraucher, sondern ein Verbraucherverband. Im Fall des Dieselskandals klagt der Bundesverband der Verbraucherzentralen, zusammen mit dem ADAC gegen die Volkswagen AG. Wer sich der Klage anschließen möchte, kann das schnell und unkompliziert tun. Erforderlich ist lediglich eine Registrierung über die Seite des Justizministeriums.
Was sind die Vorteile und welche Risiken bestehen?
Der größte Vorteil einer Musterfeststellungsklage ist: Sie ist für den Verbraucher kostenlos. Das gilt sowohl für die Registrierung als auch für den Fall, dass die Klage erfolglos ist. Sie spart also Zeit, Kosten und Nerven.
Stellt das Gericht fest, dass die Kläger Recht haben, wird es für betroffene Verbraucher wesentlich einfacher, im Anschluss daran Schadensersatz zu bekommen.
Die Musterfeststellungsklage kann jedoch auch scheitern. Dadurch können angemeldete Verbraucher ihre Forderung verlieren, weil das Musterurteil auch gegen sie wirkt.
Wer kann sich der Klage anschließen?
Nur wer betroffen ist, kann sich der Klage gegen VW anschließen. In diesem Fall geht es um Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat und Skoda mit Dieselmotoren des Typs EA 189 (Hubraum: 1,2; 1,6; 2,0 Liter). Käufer anderer Fahrzeuge können sich dieser Musterfeststellungsklage nicht anschließen. Das heißt aber nicht, dass sie nichts machen können. Nach wie vor kann jeder betroffene Autofahrer auch einzeln gegen die Unternehmen klagen. Auch da bieten die Verbraucherzentralen Rechtsauskunft.
  • Hanna Möllers

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. Dezember 2018, 19:30 Uhr