Proteste gegen höhere Mieten: Vonovia will weniger modernisieren

  • Vonovia will Modernisierungen zurückfahren
  • Unternehmen reagiert damit auf Proteste seiner Mieter
  • Mietanstieg soll bei zwei Euro pro Quadratmeter gedeckelt werden
"No Vonovia – Miete runter!"-Graffito an einer Hauswand im Buntentorsteinweg
Immer wieder steht Vonovia wegen Mieterhöhungen in der Kritik.

Das größte deutsche Wohnungsunternehmen Vonovia reagiert auf Proteste seiner Mieter und auf das strengere Mietrecht. Der Mietanstieg nach Modernisierungen soll bei zwei Euro pro Quadratmeter gedeckelt werden: Das hat Vonovia-Chef Rolf Buch bekannt gegeben. Allein in Bremen besitzt der Konzern 12.000 Wohnungen, bundesweit sind es 400.000.

Für die sogenannten "energetischen Sanierungen" fehle es in der Gesellschaft an Akzeptanz, erklärte der Vonovia-Chef. Außerdem könnten sich viele Mieter die höheren Kosten finanziell nicht leisten. Eine Reihe von Gerichten hatte in Streitfällen zuletzt gegen Vonovia entschieden. Das Landgericht Bremen zum Beispiel erklärte eine entsprechende Mieterhöhung für "unwirksam".

Weniger energetische Sanierungen

Nach Einschätzungen des Bremer Mieterschutzbundes fällt bei vielen Häusern jahrelang die Instandhaltung aus. Stattdessen würde dann "energetisch modernisiert", und die Kosten dann auf den Mieter umgelegt, sagt der Geschäftsführer Gert Brauer.

Vonovia will die energetische Sanierung in seinen Häusern jetzt um 40 Prozent zurückfahren. Für das Geschäftsjahr 2018 rechnet der Konzern mit 15 Prozent mehr Gewinn, konkret mit mehr als 1 Milliarde Euro. Im Vorjahr waren es 920 Millionen Euro.

SPD will Vonovia in die Pflicht nehmen

Geschäftsstelle der Vonovia am Tiefer in Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 6. Dezember 2018, 14 Uhr