Fragen & Antworten

Vollsperrung Am Wall: Autos weichen Radfahrern in Bremens Innenstadt

Video vom 4. September 2021
Poller stehen auf der Straße Am Wall in Bremen, ein lkw mit blinkenden Lichtern steht daneben.
Bild: Radio Bremen | Birgit Reichardt
Bild: Radio Bremen | Birgit Reichardt

Weil ein Stück des "Walls" zur Fahrrad-Premiumroute wird, entsteht dort für Autos eine Einbahnstraße. Mit einer Vollsperrung für die Markierungsarbeiten geht es Samstag los.

Wer dieses Wochenende mit dem Auto in die Bremer Innenstadt fährt, muss mit Verkehrsbehinderungen rechnen: Die Straße "Am Wall" wird am 4. und 5. September zwischen Herdentor und Ostertorstraße vollständig gesperrt. Das teilt das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) mit.

Denn "Am Wall" finden an diesem Wochenende Markierungsarbeiten statt, um dort geschützte Radfahrstreifen einzurichten, sogenannte "protected bike lanes". Größere Lieferfahrzeuge könnten aber, sofern zwingend erforderlich, individuell durchgelassen werden, so das ASV. Ab dem 6. September wird die Straße "Am Wall" zwischen Herdentor und Ostertorstraße für Kraftfahrzeuge nur noch als Einbahnstraße in Richtung Altenwall befahrbar sein.

Poller stehen auf der Straße Am Wall in Bremen, ein lkw mit blinkenden Lichtern steht daneben.
Kein Durchkommen mehr Am Wall in Bremen. Bild: Radio Bremen | Birgit Reichardt
Weshalb wird der geschützte Fahrradstreifen samt Einbahnstraßenregelung schon jetzt Am Wall eingerichtet und nicht erst, wie ursprünglich geplant, im kommenden Frühjahr?
Weil der Verkehr Am Wall auch einen Einfluss auf den Verkehr in der Martinistraße hat. Und dort finden derzeit verschiedene Verkehrsversuche mit begleitenden Verkehrszählungen statt. Diese Verkehrszählungen sollen möglichst genau unter den Bedingungen stattfinden, die auf lange Sicht in der Bremer Innenstadt greifen werden, also auch mit der Straße Am Wall als teilweiser Einbahnstraße.
Poller stehen auf der Straße Am Wall in Bremen, ein lkw mit blinkenden Lichtern steht daneben.
Auch auf der anderen Seite, hier durch Poller, gesperrt: die Straße Am Wall in Bremen. Bild: Radio Bremen | Birgit Reichardt
Wieso soll aus dem Teilstück des Walls zwischen Herdentor und Altenwall eine Einbahnstraße werden?
Die Straße Am Wall wird Teil eines Fahrradrings, einer Premiumroute, die rings um die Innenstadt einschließlich der vorderen Neustadt führen wird. Auf der Fahrbahn Richtung Ostertorstraße sollen dann Radfahrer fahren. Der Radverkehr in die entgegengesetzte Richtung wird auf dem bisherigen Radweg entlang geleitet. "Auf einer Premiumroute sollte man sich auch überholen können. Auch wenn es sich beispielsweise um einen Radler mit Anhänger handelt", erklärt Mobilitätsressort-Sprecher Jens Tittmann, weshalb weniger Platz für Autos Am Wall bleiben werde.
Fahren Am Wall überhaupt so viele Radfahrer, dass man dort dermaßen viel Platz für sie schaffen muss?
Noch nicht, sagt Tittmann. Das habe aber vor allem damit zu tun, dass die Premiumroute noch in der Entstehung begriffen sei. Am Ende werde sie komplett um die Innenstadt herumführen.

Voraussichtlich 2025 soll eine Fahrradbrücke von der Neustadt aus direkt auf den Altenwall und damit zur Straße Am Wall führen. Das Mobilitätsressort rechnet fest damit, dass das Radfahreraufkommen auf der neuen Fahrrad-Premiumroute spätestens dann erheblich zunehmen wird. Das Ressort sieht in der Route einen wichtigen Bestandteil zur Verkehrswende in Bremen.
Und was hat Bremen mit der Martinistraße vor?
Die Martinistraße gilt der Bremer Politik als überdimensioniert für den Autoverkehr und soll daher zurückgebaut werden. Mithilfe der Verkehrsversuche und der Verkehrszählungen möchte der Senat herausfinden, wie der Rückbau am besten aussehen sollte: ob der Zweirichtungsverkehr in der Martinistraße bestehen bleiben soll, oder ob aus der Martinistraße eine Teil-Einbahnstraße werden kann. Versuchsweise wird sie es auf jeden Fall in der Zeit vom 12. September bis zum 21. November.

"Transformartini": Erste Bilanz zur Sperrung der Bremer Martinistraße

Video vom 9. August 2021
Ein buntes Schild mit den verschiedenen Angeboten der Tranformatini.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 4. September, 19.30 Uhr