Vergiftung durch E-Zigaretten in Bremerhaven: Opfer schweigen

  • Mehrere Jugendliche waren nach Konsum von E-Zigaretten in Klinik gelandet
  • Staatsanwaltschaft hat Ursache für Vergiftung noch nicht ermittelt
  • Einige Betroffene schweigen
Zwei junge Männer gehen nebeneinander, einer pustet den Rauch einer E-Zigarette aus.
Obwohl sie selbst Opfer vergifteter Liquids wurden, mauern einige Jugendliche (Symbolbild). Bild: Imago | Ralph Peters

Nach der Vergiftung von 13 Jugendlichen durch gefährliche Zusätze in E-Liquids in Bremerhaven im vergangenen Herbst laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft immer noch. Bisher sei es noch nicht gelungen, eine gemeinsame Quelle der Liquids zu finden.

Zwar machte die Polizei damals drei Heranwachsende zwischen 17 und 18 Jahren ausfindig, die mutmaßlich den Stoff vertrieben hatten. Der Fall sei aber noch nicht aufgeklärt, weil einige Zeugen mauerten. "Die Auskunftsfreude war nicht bei allen Geschädigten stark ausgeprägt", sagte der Staatsanwalt.

Jugendliche litten unter Bewusstseinsstörungen und Herzrasen

Ende Oktober 2019 waren die Jugendlichen nach dem Konsum von E-Zigaretten oder E-Shishas in Krankenhäuser gekommen. Sie litten vorübergehend unter Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, Herzrasen, Schwindel oder psychischen Symptomen. Experten stellten fest, dass sie an Liquids geraten waren, denen ein synthetisches Cannabinoid und ein starkes Schmerzmittel beigemischt waren. Cannabinoide sind Stoffe aus der Cannabis-Pflanze oder solche, die ihnen ähneln.

Die Behörden in Bremerhaven hatten im vergangenen Herbst aber klargestellt, dass es keinen Zusammenhang mit tödlichen Vorfällen in den USA gebe. Dort sind Menschen nach der Nutzung von E-Zigaretten gestorben, vorwiegend an Lungenschäden.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 19. Februar 2020, 23:30 Uhr