Kampf den Hackern: Wie Verdener Staatsanwälte und FBI zusammenarbeiten

  • Ermittlungen zu Botnetz "Avalanche" abgeschlossen
  • Staatsanwaltschaft Verden arbeitet in internationalem Netzwerk
  • Elf Personen werden angeklagt
Ein aktiver Server

Ein Schaden von 100 Millionen Dollar, Ermittlungen in 40 Ländern, elf Beschuldigte aus den USA und Osteuropa – und mittendrin die Staatsanwaltschaft Verden. Seit fünf Jahren arbeitet die Behörde zusammen mit der zentralen Kriminalinspektion Lüneburg und internationalen Behörden wie dem FBI und Europol daran, Cyber-Kriminellen das Handwerk zu legen. Nach Abschluss der Ermittlungen zu dem zerschlagenen Botnetz "Avalanche" sollen sich elf Beschuldigte aus den USA und Osteuropa wegen bandenmäßigen Computerbetrugs und Geldwäsche vor Gericht verantworten.

Das FBI lobt die Zusammenarbeit

Diese hatten über ein Schadsoftware-Netzwerk zehntausende Rechner weltweit infiziert und allein in Deutschland einen Schaden von 8,7 Millionen Euro angerichtet. Weltweit wird der Schaden auf etwa 100 Millionen Euro geschätzt. Im niederländische Den Haag präsentierte Europol am Nachmittag die Ermittlungsergebnisse. Auch das FBI lobte die Zusammenarbeit.

Ich gehe fest davon aus, dass Tatnachweise auch in anderen Ländern nur möglich sein werden, weil die in Deutschland gewonnenen Beweismittel im Ausland genutzt werden können.

Markus Röske, Sprecher der Cyber-Staatsanwaltschaft in Verden

Aufgebaut und betrieben wurden die kriminellen Netzwerke mit Computer-Schadsoftware zwar nicht in Deutschland. Aber hier wurde gegen zwei Beschuldigte ermittelt, die das gestohlene Geld für die anderen Beteiligten gewaschen haben, sagt Markus Röske, der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Verden. Dort gibt es seit 2012 eine Zentralstelle für Internetkriminalität. Die Betrüger installierten Schadprogramme auf den Rechnern ihrer Opfer und veranlassten unbefugt, dass Geld von den Konten der Opfer auf fremde Bankkonten überwiesen wurde. Allein in Deutschland haben die Ermittler mindestens 1700 solcher Fälle gefunden.

Das weltweit wohl größte kriminelle Netz

Die aufgedeckten Computer-Betrügereien sind das weltweit wohl größte kriminelle Netz, dem die Ermittler mit jahrelangen Nachforschungen bislang je auf die Schliche kommen konnten. Beteiligt waren neben den Verdener und Lüneburger Ermittlern auch Kollegen aus Russland, Georgien, der Ukraine, Moldawien, Bulgarien und den USA.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. Mai 2019, 19:30 Uhr