So können sich Dieselbesitzer an der Klage gegen VW beteiligen

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen bereitet eine Sammelklage vor. Die Chefin der Zentrale in Bremen sieht gute Erfolgsaussichten – ob es Geld gibt, bleibt unklar.

Schwarzer Qualm kommt aus einem Autoauspuff.
Dieselbesitzer können sich an einer Klage der Verbraucherzentralen beteiligen. (Symbolbild) Bild: DPA | Andreas Gora

Wer einen Diesel fährt, konnte zuletzt fast nur verlieren: Abgasbetrug, Werkstattbesuche, dramatischer Wertverlust auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Jetzt kommen in einigen Städten, unter anderen Hamburg, Fahrverbote. Eine neue Verbraucherklage, die am 1. November eingereicht wird, macht den Betroffenen des VW-Skandals jetzt zumindest Hoffnung auf Schadenersatz. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) bereitet diese gemeinsam mit dem ADAC vor. Alle Infos zu dem Verfahren finden Sie hier.

Rund 2,5 Millionen Autos hatte der VW-Konzern nach "Dieselgate" zurückgerufen. Bremer, deren Auto zurückgerufen wurde, können sich nun dieser Klage anschließen. Bundesweit sind mehrere zehntausend Autobesitzer betroffen. Die Chefin der Bremer Verbraucherzentrale, Annabel Oelmann, sagte zu Bremen Vier: "Mitmachen kann jeder Verbraucher, der vom Volkswagen-Pflichtrückruf betroffen war und noch nicht selbst geklagt hat." Für den einzelnen Verbraucher sei die Klage in jedem Fall kostenlos. Denn: Das Prozesskostenrisiko trägt allein der VZBV.

VZBV arbeitet zehn Fälle auf

Dr. Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen
Annabel Oelmann, Chefin der Bremer Verbraucherzentrale.

Die Musterfeststellungsklage ist eine Art "Einer-für-alle"-Klage. Die Verbraucherschutzverbände klagen dabei stellvertretend für Gruppen von Betroffenen – mit weniger Aufwand und Risiko für den Einzelnen. Schadenersatz wird aber wohl nicht direkt geben. Bei dem Verfahren geht es erstmal nur darum, ob Volkswagen unrechtmäßig gehandelt hat. Wird den Kunden ein Recht auf Schadenersatz zugesprochen, müssen sie dies selbst durchsetzen. 

Der VZBV arbeitet jetzt zehn Fälle auf und reicht seine Klage auf dieser Grundlage beim Oberlandesgericht Braunschweig ein. Hält das Gericht die Klage für zulässig, können sich weitere Betroffene kostenlos beim Bundesamt für Justiz in ein Klageregister eintragen. Das soll einfach und ohne Anwälte möglich sein. In zwei Monaten müssen insgesamt 50 Menschen zusammenkommen. Wenn die Verhandlung begonnen hat, kann man nicht mehr einsteigen.

Was die Erfolgsaussichten angeht, ist Oelmann vorsichtig optimistisch: "Wir haben gute Chancen", sagte sie. Vor Gericht wisse man aber nie.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier beginnt, 23. Oktober 2018, 8:08 / 8:26 Uhr