Diesel-Affäre: Das sollten betroffene Fahrer jetzt wissen

Daimler muss 238.000 Diesel-Fahrzeuge in Deutschland zurückrufen. Was das für die Verbraucher bedeutet, erklärt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen.

Mercedes-Stern auf dem Dach des Werks in Bremen
Frau Oelmann, was ist aus der ganzen Daimler-Diesel-Affäre aus Verbraucher-Sicht eigentlich zu halten?
Als Verbraucher bin ich tatsächlich völlig verunsichert. Ich weiß gar nichts. Das Thema ist ja: Habe ich einen Mangel an meinem Wagen? Stellt sozusagen das Nicht-Erfüllen der Abgasnorm einen Mangel dar? Die Rechtsprechung gibt uns keine klare Richtung. Wir haben unterschiedlichste Urteile. Daimler, VW und andere sprechen keine Garantien aus. Das heißt, wir wissen nicht, was es für uns bedeutet.
Was raten Sie betroffenen Autofahrern?
Als allererstes: nicht vorschnell handeln! Wir wissen nicht, welche Auswirkungen es gibt. Wir wissen auch nicht: Wird das Ganze jetzt als erheblicher Mangel gewertet werden? Da muss man wirklich erstmal die höchstrichterliche Rechtsprechung abwarten. Ich hoffe für uns alle, dass die Musterfeststellungsklage in diesem Jahr kommt und dass wirklich viele Verbraucher auch ohne Rechtsschutzversicherung noch die Chance haben, hier einzusteigen. Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, sollte eine Klage prüfen. Wer keine hat, muss überlegen, ob es das wert ist.
Was würden Sie sich von der Konzernzentrale in Stuttgart wünschen?
Ich würde mir von den Autoherstellern ein klares Bekenntnis wünschen und eine Übernahme der Garantien, damit wir Verbraucher wissen, woran wir sind. So stehen wir zwischen allen Stühlen und wissen überhaupt nicht, was es bedeutet. Klarer Wertmangel oder Wertverlust oder kriege ich Schadensersatz? Wir wissen nicht was passiert.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. Juni 2018, 19:30 Uhr