Die 6 größten Fallen beim Online-Dating

Wer am Valentinstag Single ist, dem hilft das Internet. Das Versprechen: mit wenigen Klicks zum neuen Partner. Doch Verbraucherschützer in Bremen warnen vor Abzocke.

Die Kabel zweier Computermäuse formen Herzen.
Online die große Liebe finden: klingt verlockend und einfach. Doch wer nicht aufpasst, landet schnell in der Abo-Falle. Bild: DPA | Henrik Josef Boerger

Pünktlich zum Valentinstag steigt nicht nur der Verkauf von Tankstellen-Blumensträußen, sondern auch regelmäßig die Zugriffe auf Dating-Portale. Doch die Verbraucherzentrale Bremen warnt vor fiesen Fallen beim Online-Dating. Denn in den Verträgen der Anbieter verstecken sich häufig Kosten, die der Nutzer schnell übersieht. Und: Wer online die Liebe des Lebens sucht, vergisst schnell das Thema Datenschutz. Deswegen warnt die Bremer Datenschutzbeauftrage Imke Sommer davor, leichtfertig persönliche Daten weiterzugeben.

Wer sich bereits bei einem Online-Portal angemeldet hat und sich von den Betreibern übers Ohr gehauen fühlt, kann sich Hilfe bei der Verbraucherzentrale holen. Das machen laut Parsya Baschiri von der Verbraucherzentrale Bremen aber nur wenige: "Viele Kunden schämen sich und kommen erst spät zu uns, um sich Hilfe zu holen“. Damit das erst gar nicht passiert, geben die Experten Tipps für einen sicheren Umgang mit Apps und Online-Portalen.

1 Versteckte Vertragsverlängerungen

Auch wenn es mühsam ist: Wer Verträge vor Abschluss einmal genau durchliest, kann versteckte Kosten aufdecken. Ein Beispiel sind laut Verbraucherschützern Probe-Abonnements, die auf den ersten Blick günstig wirken. Viele dieser Abos verlängern sich aber automatisch um sechs oder sogar zwölf Monate, teilweise auch zu einem weit höheren Preis.

2 Richtig kündigen

Wer sich schnell wieder von einem Portal abmelden will, hat ein Widerrufsrecht. Grundsätzlich gilt das bei einem Onlinevertrag zwei Wochen lang nach Abschluss. Baschiri rät, die Kündigung schriftlich per Einwurf-Einschreiben abzuschicken – auch wenn eine Kündigung laut Gerichtsbeschluss mittlerweile auch online möglich sein muss. Doch "nur wer den schriftlichen Nachweis hat, kann später in einem möglichen Rechtsstreit auch nachweisen, dass er gekündigt hat“, sagt Baschiri.

3 Fake-Profile erkennen

Leider tummeln sich auf Single-Börsen und Apps nicht nur echte Menschen, sondern auch Bots und Betrüger. Ein Fake-Profil lässt sich zum Beispiel daran erkennen, dass das Foto unrealistisch erscheint oder sich der Text wie eine Copy-and-Paste-Nachricht liest. Auch wenn der Chat-Partner ständig Ausreden für Treffen erfindet oder sogar nach Geld fragt, sollten Nutzer vorsichtig sein. Verbraucherschützer Baschiri rät, am besten so wenig Daten wie möglich zu verschicken: "Der Verbraucher ist online nicht davor geschützt, wo die Daten hingehen. Es gab bei uns auch schon Beschwerden, dass Bilder beispielsweise auf Erotikplattformen aufgetaucht sind."

4 Vorsicht bei sensiblen Daten

Viele Betreiber von Online-Portalen und Apps wollen von den Nutzern zahlreiche persönliche Daten, wie Klarnamen, Wohnort oder Beruf. Die Bremer Datenschutzbeauftragte Imke Sommer sieht das kritisch. Sie rät den Nutzern, den Portalen nicht zu viele Daten zu liefern und keine persönlichen Daten weiterzugeben. "Beim Namen darf man auch mal lügen“, sagt die Datenschützerin. Eine Datenschutzprüfung mehrerer Bundesländer hat gezeigt, dass die Mehrzahl der Portalbetreiber bei den Chats mitlesen kann. Sommer rät daher davon ab, mit sich mit vollem Klarnamen zu registrieren und in Chats sensible Informationen auszutauschen.

5 Verstecke Kosten für Dienstleistungen

Manche Portale bieten ihren Nutzern zusätzliche Leistungen an, wie zum Beispiel Videos. Sie versprechen ihren Kunden damit bessere Vermittlungschancen. Für diese Extra-Leistungen müssen die Nutzer oft tief in die Tasche greifen. Laut Verbraucherzentrale können so Kosten von bis zu 2.000 Euro entstehen. Von diesen Extra-Leistungen raten die Experten daher ab.

6 Datenkrake Apps

Wer sich kostenlos eine Dating-App runterlädt, muss sich bewusst sein, mit seinen Daten zu bezahlen. Oft sind die Dienste an andere Portale geknüpft, bei denen der Nutzer bereits angemeldet ist. So tauschen die Anbieter untereinander Daten aus und sammeln so fleißig Informationen. Denn je mehr Daten zusammenkommen, desto wertvoller sind diese für Werbekunden, die ihre Anzeigen dann auf einzelne Nutzer zuschneiden können.


Die Tipps der Experten im Überblick

  • Prüfen Sie den Vertragsinhalt vor einem Abschluss
  • Kündigen Sie rechtzeitig und am besten schriftlich
  • Vorsicht bei der Weitergabe persönlicher Daten
  • Prüfen Sie, ob die Profile echt sind
  • Wenden Sie sich bei Problemen an eine Rechtsberatung
  • Oldschool aber sicher: Wer eine Kontaktanzeige mit Chiffre-Nummer aufgibt, muss keine persönlichen Daten angeben.
  • Jana Wagner

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 14. Februar 2018, 23:20 Uhr