Fragen & Antworten

Diese Fragen haben Bremer und Bremerhavener zu den neuen Corona-Regeln

Neue Corona-Regelungen hinterlassen immer offene Fragen. Hier die Antworten auf einige von denen, die das Radio Bremen Publikum an uns gerichtet hat.

Ein 3D-Modell eines Corona-Virus mit Fragezeichen (Symbolbild)
Uns erreichen vielen Fragen, einige beantworten wir jetzt. Bild: Imago | Alexander Limbach

1 Kontaktbeschränkungen: Haushalt + 1 Person

Darf ich immer nur die selbe Person treffen oder theoretisch auch fünf einzelne Personen an einem Tag, nur halt immer nur eine zur Zeit?
Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sagt dazu, dass es nicht immer nur die selbe Person sein muss, sondern dass es sich darauf beziehe, ob die Personen gleichzeitig getroffen werden. Es gilt: Ein Haushalt darf eine haushaltsfremde Person treffen.
"Man kann also auch an unterschiedlichen Tagen mit den Mitgliedern des eigenen Haushalts unterschiedliche Personen treffen", so Bovenschulte. Gleichzeitig appelliert er, diese Regel nicht auszunutzen.
Warum darf ich meine Großeltern einzeln einladen, zusammen aber nicht? Wie kann das sein?
Die Regel lautet: Ein Haushalt plus eine Person. Bei dieser Regelung findet man immer Fälle, die nicht überall passen, so Bovenschulte. Doch die verschärften Regeln seien ein weiterer Schritt zur Pandemie-Eindämmung. Jeden Einzelfall könne man damit aber nicht regeln, so der Bürgermeister.
Gehören jetzt Kinder unter 14 Jahren mit zu den Kontaktbeschränkungen oder nicht?
Diesmal liegt die Altersgrenze in Bremen bei 12 Jahren. Kinder ab einschließlich 12 Jahren werden als Person gezählt, die Kontaktbeschränkungen unterliegt. Jüngere Kinder nicht.
Für Bürgermeister Bovenschulte ist klar, dass gerade Kinder nicht drei Wochen auf ihre Freunde verzichten dürften. Deswegen werden Kinder bis zwölf Jahren bei den schärferen Kontaktbeschränkungen in Bremen nicht mitgezählt. Das gilt für eigene Kinder als auch für haushaltsfremde Kinder in Bremen und Bremerhaven.
Anders sieht es in Niedersachsen aus: Dort fallen auch Kinder unter die Kontaktbeschränkungen. Am Sonntag hat Niedersachsen die bereits geltenden Regeln für Kinder aber doch noch etwas gelockert: Kinder bis drei Jahre sind von den Kontaktbeschränkungen ausgenommen.

2 Ausnahme bei Umzügen

Welche Ausnahmen gibt es für Umzüge in der Corona-Pandemie?
Laut Bremer Innenbehörde gibt es für Umzüge eine Ausnahmeregelung – sollte der Umzug nicht verschoben werden können. Diese besagt, dass der umziehenden Person vier andere helfen dürfen. Die Gesamtzahl von fünf darf nicht überschritten werden. Wenn es zumutbar ist, sollte auch eine Maske getragen werden, gleiches gilt für die Abstands- und Hygieneregeln.
Anders geregelt werden Umzüge mit einem gewerblichen Umzugsunternehmen. Da es sich hierbei um Dienstleistungen handelt, dürfen auch mehr Umzugshelfer aus verschiedenen Haushalten helfen, sofern sie zusammen arbeiten.

3 Private Feiern: Geburts- und Todestage

Gibt es Ausnahmen für private Feiern wie Geburtstage und Hochzeiten?
Laut Innenbehörde gibt es solche Ausnahmeregelungen für private Feiern wie im Sommer nicht mehr – das gilt besonders für Hochzeiten und Geburtstagsfeiern. Aber auch öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen – wie Kultur und Sportveranstaltungen – sind verboten.
Standesämter sind im Land Bremen weiterhin geöffnet. Grundsätzlich werden Hochzeiten ohne Gäste und auch ohne Trauzeugen geschlossen. Es dürfen also nur die zukünftigen Ehepartner und der Standesbeamte im Trauzimmer sein, dazu kommt gegebenenfalls noch ein Dolmetscher.
Wie werden Beerdigungen und Trauerfeiern geregelt?
Da Beerdigungen nicht der Unterhaltung dienen, sind sie weiterhin möglich. Bei Trauerfeiern im Freien gilt momentan eine maximale Personenanzahl von 100 Personen mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern. Dabei muss es ein Hygienekonzept geben.
In Bremen sind Trauerfeiern in Kapellen je nach Trauerkapelle von neun bis 25 Personen möglich. In den meisten Bereichen gilt eine Maskenpflicht. Der sogenannte Leichenschmaus, also das Zusammenkommen der Trauergemeinschaft nach der Beerdigung, ist nicht zulässig.

4 Fahr- und Musikschulen

Gelten die Schulregeln auch für Fahrschulen?
Fahrschulen gehören laut Gesundheitsbehörde zu den weiterhin geöffneten Einrichtungen. Genau wie Volkshochschulen und die Pflegefachschulen. Hier gelten auch die Abstands- und Hygieneregeln.
Dürfen Musikschulen noch unterrichten?
Musikschulen gehören zur Aus- und Fortbildung, diese dürfen auch weiterhin noch Unterricht anbieten. Hier gibt es aber spezielle Regelungen je nach Instrument. Gemeinsames Singen ist nur noch zu zweit erlaubt – in geschlossenen Räumen.
Weitere Unterschiede gibt es bei Streich- und Blasinstrumenten. Bei Blasinstrumenten muss beispielsweise der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden.

5 Sanktionen

Wie werden Menschen bestraft, die sich nicht an die Regeln halten?
Verstöße können mit Bußgeldern, Geldstrafen oder einer Freiheitsstrafe bis zu zwei beziehungsweise bis zu fünf Jahren sanktioniert werden. Die Bußgelder reichen von 50 bis zu 2.500 Euro. Verstöße gegen die Maskenpflicht kosten beispielsweise 50 Euro.

6 Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Corona allgemein erhalten Bremerinnen und Bremer unter der Nummer des Bürgertelefons unter 0421-115. Fragen zu Schulen und Kitas gibt es bei der Hotline der Bildungsbehörde.

Wie bewerten Bremerinnen und Bremer die Corona-Entscheidungen?

Video vom 6. Januar 2021
Ein Kiosk-Besitzer mit Hut und Bart im Interview.
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Marike Deitschun Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Die Vier am Morgen, 06. Januar 2021, 7:10 Uhr