Tödlicher Messerangriff im Viertel: 12 Jahre Gefängnis für 24-Jährigen

  • Landgericht hält 24-Jährigen für schuldig
  • Staatsanwältin hatte 13 Jahre Haft gefordert
  • Ein Eifersucht-Streit hatte Ende 2017 zum Tod des 20-jährigen Opfers geführt
Zwei Männer, ein Dolmetscher und zwei Strafverteidiger im Gerichtsssaal im Landgericht Bremen.
Die beiden Angeklagten mit ihrem Dolmetscher in der Mitte. Dahinter stehen ihre Verteidiger.

Ein 24-Jähriger ist am Dienstag in Bremen zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass er im November 2017 in Bremen im Steintorviertel einen Mann erstochen und einen anderen schwer verletzt hat. Das Gericht verurteilte ihn wegen Totschlags, versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Mann eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren gefordert. Der Verteidiger des Angeklagten plädierte auf eine Haftstrafe von fünf Jahren und wertete die Taten als gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge.

Der zweite Angeklagte wurde freigesprochen, weil ihm keine Tat nachgewiesen werden konnte. Aus den unterschiedlichen Zeugenaussagen, die ihn betrafen, konnte sich das Gericht kein klares Bild verschaffen. Auch Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten in ihren Plädoyers einen Freispruch gefordert.

Angeklagte tauchte ein halbes Jahr lang ab

Am Tattag hatte der Hauptangeklagte mehrfach auf einen aus Pakistan stammenden Mann eingestochen, weil der zuvor seine Freundin als "schöne Frau“ bezeichnet haben soll. Anschließend stach er einem herbeieilenden Freund des ersten Opfers mit seinem Messer ins Herz. Der 20-Jährige war daran gestorben. Der Angeklagte war nach der Tat abgetaucht. Erst ein halbes Jahr später konnten polnische Spezialkräfte ihn nach intensiver Fahndung in der Nähe von Warschau verhaften.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Binnen einer Woche können Staatsanwaltschaft, Angeklagte und Nebenkläger Revision einlegen. Verteidiger Philip Martel sagte auf Anfrage von buten un binnen, dass er Revision einlegen wolle.

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Zwei Angeklagte mit ihrem Dolmetscher im Bremer Landgericht.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 26. Februar 2019, 23:30 Uhr