Fragen & Antworten

Verreisen oder Balkonien? Was Bremer zur Urlaubsplanung wissen müssen

Video vom 28. Juni 2021
Reisepass, Impfausweis, sommerlicher Hut und eine Brille liegen auf einer Landkarte.
Bild: DPA | ImageBroker | Martin Moxter
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Bald starten die Ferien im Land Bremen. Doch ist das Reisen derzeit überhaupt eine gute Idee? Die wichtigsten Antworten zu Urlaubszielen, Virusvarianten und Quarantäne.

Die Delta-Variante des Coronavirus lässt in vielen Ländern die Zahl der Neuinfektionen wieder ansteigen – und das hat Folgen. Nachdem Portugal von der Bundesregierung zunächst als sogenanntes Virusvariantengebiet eingestuft wurde, galt das auch bei vielen Bremerinnen und Bremern beliebte Reiseland als ein Gebiet mit besonders hohem Infektionsrisiko und damit verbundenen Quarantäne-Auflagen nach Rückkehr. Jetzt wurde Portugal von einem Virusvariantengebiet zu einem Hochinzidenzgebiet zurückgestuft. Vollständig Geimpfte und Genesene müssen nicht mehr in Quarantäne, für Andere fällt sie nun kürzer aus. Doch was gilt für andere Länder und was raten Experten mit Blick auf anstehende Urlaube? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Zum 1. Juli 2021 hat das Auswärtige Amt die generellen Reisewarnungen für Risikogebiete zum Teil aufgehoben. Was bedeutet das genau?
Bislang galt für alle von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuften Länder eine Reisewarnung, wenn es sich bei der Reise um eine nicht notwendige, touristische Reise handelte. Seit dem 1. Juli 2021 gelten Länder oder Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 bis 200 als "einfache" Risikogebiete. Von touristischen Reisen, die nicht notwendig sind, wird abgeraten. Eine Reisewarnung besteht nicht mehr. Eine explizite Reisewarnung gilt nur noch für nicht notwendige, touristische Reisen in Länder, die als Hochinzidenzgebiet oder Virusvariantengebiet eingestuft sind.
Wo finden Bremerinnen und Bremer Informationen zur aktuellen Lage in ihrem Reiseland und Fragen rund um Testpflichten, Quarantäne- oder Anmeldevorschriften?
Reise- und Sicherheitshinweise zu verschiedenen Ländern hat das Auswärtige Amt auf dieser Übersichtsseite aufgelistet. Die Bremer Verbraucherzentrale empfiehlt zudem die App "Sicher Reisen". Neben der aktuellen Sicherheitslage rund um das Coronavirus liefert die App auch Informationen zu Themen wie der Einreise oder Zollbestimmungen des jeweiligen Landes. Da sich die Infektionslage auch innerhalb weniger Tage ändern kann, informiert die App per Push-Nachricht über eventuell veränderte Bestimmungen vor Ort.
Wie finden Bremerinnen und Bremer heraus, welche Länder aktuell als Risikogebiete, Hochinzidenzgebiete oder Virusvariantengebiete gelten?
Hierzu informiert das Robert-Koch-Institut (RKI) auf einer Übersichtsseite, die ständig aktualisiert wird. Als Virusvariantengebiete gelten weltweit derzeit 11 Länder, darunter Südafrika oder Brasilien. 29 Staaten sind als Hochinzidenzgebiete eingestuft. Dazu zählen auch beliebte Urlaubsländer, wie zum Beispiel Ägypten, Tunesien oder die Malediven. Die Türkei, Spanien oder Kroatien sind weitere typische Urlaubsländer, die auch vom Bremer Flughafen aus angeflogen werden und – zumindest in Teilen – als "einfaches Risikogebiet" gelten.
Welche Bedeutung hat die Änderung der Länder-Einstufungen für Menschen, die unsicher sind, ob sie ihren Urlaub antreten möchten?
Wer seine gebuchte Reise stornieren möchte, sollte sich vorab über die neuen Einstufung des jeweiligen Reiseziels informieren. Mathias Hufländer von der Bremer Verbraucherzentrale weist auf die veränderte rechtliche Lage im Falle einer Stornierung hin. "Wenn für mein Reiseland keine Reisewarnung vorliegt, kann ich meine Reise vorab nicht mehr kostenlos stornieren", sagt Hufländer.
Was raten Reisebüros Menschen, die aktuell einen Urlaub planen?
Nachdem Portugal am 29. Juni 2021 als Virusvariantengebiet eingestuft wurde, hatte Reisebüro-Betreiber Engin Niron diverse Anfragen von Bremerinnen und Bremern, die beispielsweise eine Griechenland-Reise planen. "Die Anrufer fragen, was wäre, wenn bei uns auch der gleiche Fall auftritt?", sagt Niron. Er empfiehlt Pauschalreisen, damit Betroffene im Falle einer Stornierung kein Geld verlieren.
Wie sollten Reisende im Falle einer Flugstornierung vorgehen?
Laut Bremer Verbraucherzentrale können Flüge teilweise sehr kurzfristig abgesagt werden. Mathias Hufländer rät, den Airlines für eine Kostenerstattung eine klare Frist zu setzen. "Die Airlines sind verpflichtet Beträge innerhalb von sieben Tagen zu erstatten, doch das passiert nur selten", sagt Hufländer. Die Erstattungsansprüche sollten zudem schriftlich gestellt werden, zum Beispiel per E-Mail. So könne der Schriftverkehr auch später noch nachvollzogen werden, so der Experte. Wer der Airline über ihr firmeneigenes Kontaktformular auf der jeweiligen Webseite schreibt, sollte laut Hufländer entsprechende Screenshots der Nachricht erstellen, um sich abzusichern.
Inwiefern sind Urlaubsreisen im In- und Ausland angesichts steigender Infektionszahlen in vielen Ländern ein Risiko?
Der Bremer Epidemiologen Hajo Zeeb rät von Reisen grundsätzlich nicht ab. "Ich glaube es kommt darauf an, dass man weiß, was man tut", sagt Zeeb. Er empfiehlt Reisen innerhalb Deutschlands und entsprechende Tests nach der Rückkehr – auch für Geimpfte. Beim Thema Virausvariantengebiet erwartet Zeeb, dass es in dieser Kategorie nicht nur bei Portugal bleiben wird und verweist auf die Entwicklungen vor Ort in Deutschland. "Wir sind selber für andere Länder möglicherweise bald Virusvariantengebiet", sagt der Epidemiologe.

Wie die Delta-Variante die Urlaubsplanung der Bremer beeinflusst

Video vom 28. Juni 2021
Ein Mann mit Glatze und Brille steht vor einem Reisebüro und wird interviewt.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Angela Weiß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 28. Juni 2021, 19:30 Uhr