So lebt ein Bremer Unternehmen Diversität

Studien zeigen: Diversity erhöht die Zufriedenheit, die Loyalität und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden. Zu Besuch in einem Bremer Unternehmen, das auf Vielfalt setzt.

Audio vom 18. Mai 2021
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Bild: DPA | Zoonar/Benis Arapovic

Direkt am Flughafen ist der Bremer Standort von HE Space Operations. Passend gewählt, denn das Unternehmen rekrutiert nicht nur Fachkräfte aus dem Raumfahrt-Bereich für die ganze Welt, sondern die Mitarbeitenden kommen auch von überall her. 34 Nationalitäten sind bei HE Space Operations vertreten, schätzt Kirsten Gibbs, die in der Abteilung Personal tätig ist. Auch die Altersstruktur ist divers: "Vom Alter her haben wir alles: vom Studienabgänger bis kurz vor der Rente. Ich würde sagen, da ist alles mit dabei.“

Die Raumfahrt als internationales Geschäft

Eine Sprache ist hier sehr wichtig: Englisch. Denn die Raumfahrt ist ein internationales Geschäft. Diversity kommt da eigentlich ganz automatisch, denn Fachkräfte sind Mangelware: So wird aus einer Not im Grunde eine Tugend. Doch gerade was das Miteinander angeht, sieht Gibbs in einem diversen Team einen klaren Mehrwert. "Es macht einfach Spaß mit so vielen verschiedenen Leuten zusammenzukommen, was über deren Kulturen zu lernen, verschiedene Arbeitsweisen kennenzulernen. Man wird auch flexibler, weil man mit verschiedenen Leuten zusammenkommt. Das erweitert auch den eigenen Horizont."

Das Unternehmen hat sich auf die Internationalität eingestellt. Neue Fachkräfte bekommen eine umfassende Betreuung. Es gibt Hilfe bei Behördengängen, Versicherungen, Steuern, bei der Wohnungssuche. Damit sichert sich HE Space Operations einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Headhuntern.

Von Anfang an Teil des Teams

Diversity war auch für die Italienerin Brisilda Tatani ein ausschlaggebendes Argument den Job bei HE anzunehmen: "Ich wurde sehr herzlich aufgenommen. Von Anfang an hat man mir ein angenehmes Gefühl gegeben." Sie habe von Anfang an Raum gehabt ihr Meinung zu sagen. Normalerweise sei das anders, wenn man neu und zusätzlich aus einem anderen Land ist.

Es macht einfach Spaß mit so vielen verschiedenen Leuten zusammenzukommen, was über deren Kulturen zu lernen, verschiedene Arbeitsweisen kennenzulernen.

Kirsten Gibbs, HE Space Operations

Bereits beim Bewerbungsgespräch sei ihr klar gewesen, dass vor ihr der richtige Arbeitgeber saß. Einer, der ihr auch einen Deutschkurs ermöglichte, schließlich wollte sie in Deutschland nicht nur arbeiten, sondern auch leben. Diversity bedeutet nicht nur auf die Herkunft zu schauen, sondern auch auf unterschiedliche Lebensentwürfe. Das erfährt Brisilda Tatani gerade auch, weil sie schwanger ist und ihr Vertrag sogar verlängert wurde, der kurz vorm Geburtstermin ende: "Ich hatte es nicht erwartet, aber HE Space Operations hat meinen Vertrag verlängert. Wenn wir über Diversity reden, dann ist das wichtig. Du hast die Möglichkeit dein Arbeits- und dein Familienleben auszubalancieren. So dass du keine Entscheidung treffen musst – entweder Karriere oder Familienleben."

Konstruktive Lösungen

Konflikte sind in vielen Lebenssituationen normal. Auch im Job. Bisher hat Brisilda die noch nicht entdeckt. Das liege wohl daran, dass alle professionell arbeiten. Selbst wenn sie mit einem Kollegen nicht glücklich seien, würde dies eben konstruktiv gelöst. Und im Notfall gebe es Mentoring-Programme. Bisher habe sie das aber nicht gebraucht: "It might seem very strange but yes, it is true!" Zu deutsch: "Es scheint wirklich komisch, aber ja, so ist es."

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Autorin

  • Serafia Johansson Redakteurin

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Nachmittag, 18. Mai 2021, 17:20 Uhr