Klinikum Mitte: Wie läuft der riskante Umzug der Intensivstation?

Mehrere Abteilungen ziehen aktuell in den Neubau des Bremer Klinikums um. Vor allem beim Umzug der Intensivstation müssen die Patienten sehr aufwendig versorgt werden.

Menschen in grünen Kleidern schieben ein Krankenbett einen Gang lang.
Der Umzug der Intensivstation läuft auf Hochtouren.

Im Minutentakt rollen die Betten über die Flure des Klinikums Bremen-Mitte. In jedem Bett liegt ein schwerkranker Mensch – Männer und Frauen, mit denen die Ärzte auf der Intensivstation besonders sorgsam umgehen müssen. Wenn Dutzende dieser Patienten von einem alten in einen neuen Krankenhaustrakt umziehen, dann ist das kein normaler Tag für das Personal – auch nicht für den Direktor der Klinik für Intensiv- und Notfallmedizin, Rolf Dembinski. Selbstverständlich sei es die Regel, dass auch in der Intensivstation Patienten zu Untersuchungen und Operationen transportiert werden. Aber eben nicht konzentriert in diesem Umfang.

Er ist in der Anzahl der Verlegungen eine Herausforderung und in der logistischen Aufgabe, dieses besondere Geschäft zu verbinden mit dem normalen Tagesgeschäft. Denn die normale Intensivmedizin muss ja weitergehen.

Rolf Dembinski, Klinikdirektor für Intensiv- und Notfallmedizin

Ein kleines Team von Medizinern und Pflegern begleitet jedes der 34 Betten auf der einige hundert Meter langen Reise durch das Krankenhaus. Krankenpflegerin Theresa Nögel ist dabei fast im Laufschritt unterwegs und hochkonzentriert. Sie muss viele Dinge genau im Auge behalten: „Dass die Medikamente aufgezogen sind, dass die Beatmung funktioniert, dass der Patient das auch wirklich vom Blutdruck, von den Hirndrücken, von den Werten einfach alles akzeptiert, dass er das Geruckel und die Bewegung abkann", erklärt Nögel. Auch für die Krankenpflegerin ist das eine besondere Situation. Sie sei durchaus aufgeregt zur Arbeit gekommen.

Ich hatte doch Angst, dass einiges schiefgehen könnte, aber bisher läuft es ganz gut. Ein bisschen Chaos, aber ich glaube, das darf sein.

Theresa Nögel, Krankenpflegerin

Umzug wurde zwei Jahre geplant

Eine weitere Patientin kommt auf der neuen Intensivstation an. Sofort machen sich helfende Hände an die Arbeit, ziehen Kabel, legen Schläuche, trennen die schwerkranke Frau so schnell wie möglich von der mobilen Beatmung und schließen sie wieder an das stationäre Gerät an. Thomas Vinke von der Gesundheit Nord sitzt ein wenig abseits vom großen Trubel in einem behelfsmäßig eingerichteten Büro. Er ist verantwortlich für den gesamten Umzug innerhalb des Klinikums Bremen-Mitte.

Was jetzt läuft, wurde über zwei Jahre sorgsam geplant. Als es langsam ernst wurde in den vergangenen Wochen, hat Vinke sich dann aber trotzdem noch ein paar Gedanken gemacht, ob alles klappt. Das bleibe nicht aus. Aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien alle hochmotiviert. "Man kann sich auf die verlassen. Insofern konnte ich schon ein bisschen ruhig schlafen“, so Vinke.

Patienten auf der Intensivstation im Klinikum Bremen Mitte.
Der Umzug ist ein Kraftakt für alle Mitarbeiter.

Manche Mitarbeiter haben sogar von sich aus auf freie Tage verzichtet. Sie wollten den Umzug der Intensivstation auf keinen Fall verpassen und ihre Patienten nicht im Stich lassen. Die Freude darüber, dass es jetzt gut läuft, ist vielen anzusehen. Einige klatschen sich kurz ab oder zeigen ein zufriedenes Lächeln, wenn wieder ein Patient sicher an seinem neuen Platz angekommen ist.
Trotzdem, über den Feierabend werden Pflegerin Theresa Nögel und ihre Kollegen ganz besonders froh sein – nach diesem aufregenden und anstrengenden Tag zwischen der alten und der neuen Intensivstation.

Bis Mitte kommender Woche ziehen noch weitere Abteilungen des Klinikums Bremen-Mitte um. Dann sollen unter anderem auch alle neuen Operations-Säle voll und ganz eingerichtet und betriebsbereit sein. Im neuen Gebäude sollen die Wege kürzer und die Arbeit effizienter werden, die Verantwortlichen hoffen auf Spareffekte. Insgesamt hat der Neubau auf dem Krankenhaus-Gelände rund 400 Millionen Euro gekostet – ursprünglich sollten es nur 230 Millionen sein.

Klinikum Mitte: Die ersten Patienten ziehen in den Neubau

Ein Mann, der in einem Krankenbett liegt und einen Blumenstrauß in der Hand hält.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 28. Oktober 2019, 14 Uhr