Bremer Umweltressort prüft mögliches Böllerverbot

  • Umwelthilfe fordert Verbot von Silvesterfeuerwerk in Bremen und Bremerhaven
  • Hauptargument ist die Gefahr durch Feinstaub
  • Bremer Umweltbehörde diskutiert Ausweitung bestehender Regelungen
Feuerwerk am Martini-Anleger an der Weser in Bremen
Silvesterfeuerwerk über Bremen. Geht es nach der Deutschen Umwelthilfe, gehören solche Bilder bald der Vergangenheit an. (Archivbild) Bild: Imago | NPH

Die Bremer Umweltbehörde hat angekündigt, den Böller-Verbotsantrag der Deutschen Umwelthilfe zu prüfen. Das sagte ein Sprecher zu buten un binnen. Zuvor hatte die Deutsche Umwelthilfe angekündigt, in nun insgesamt 98 deutschen Städten ein formales Verbot von Silvesterböllern in den Innenstädten zu beantragen – darunter auch Bremen und Bremerhaven.

Hintergrund ist die Belastung durch Feinstaub. Diese sei am Neujahrstag etwa 16 Prozent höher als an anderen Tagen, argumentiert die Deutsche Umwelthilfe. Sie orientiert sich beim Thema Feinstaubbelastung an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Diese Werte sind allerdings deutlich strenger, als die Vorgaben der Europäischen Union.

Der kommende Jahreswechsel kommt zu früh für ein Verbot

Dass Bremen die derzeit geltenden Regelungen noch für diesen Jahreswechsel verändert, ist aber eher unwahrscheinlich – der Zeitraum von gut zwei Monaten ist dafür dem Vernehmen nach zu kurz. Dennoch werde das Thema auch in der Umweltbehörde diskutiert, sagte ein Sprecher. Denn neben der Umweltbelastung gebe es zahlreiche Verletzte und Brände, dazu komme tonnenweise Müll auf den Straßen.

Die Umwelthilfe hatte bereits im Sommer Anträge für ein Böllerverbot in 31 Städten gestellt. Jetzt kommen 67 weitere dazu. Neben Bremen und Bremerhaven haben auch Oldenburg, Osnabrück, Hamburg und Hannover ein entsprechendes Schreiben bekommen. Es sind vor allem die Städte, die mit ihrer Feinstaubkonzentration in der Luft gerade noch die Grenzwerte einhalten, die die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt.

Der Deutschen Umwelthilfe geht es dabei vor allem um teils dicht besiedelte Innenstädte. In Bremen gibt es zwar ein Böllerverbot auf dem Marktplatz – aber nicht aus Umweltgründen, sondern um die historischen Gebäude zu schützen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 23. Oktober 2019, 17 Uhr