Ultra-Gruppen werfen Bremer Innensenator Willkür vor

  • Hintergrund sind Polizeiaktionen beim letzten Werder-Heimspiel
  • Ultras werten das als willkürliche Machtdemonstration
  • Polizei wehrt sich gegen Vorwürfe — Grund seien Ermittlungen
Werder-Ultras Symbolbild
Zwischen den Ultras und der Bremer Innenbehörde gibt es immer wieder Auseinandersetzungen. Bild: Imago | Ulmer

Bremer Ultra-Gruppen haben massive Kritik an der Innenbehörde geübt. Sie werfen Senator Ulrich Mäurer (SPD) willkürliche Machtdemonstrationen vor. Hintergrund ist ein Polizeieinsatz beim letzten Werder-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am 10. November. Nach Angaben der Ultras habe die Polizei dabei eine Fangruppe von weit über 200 Menschen kontrolliert. Die Beamten wollten offenbar die Fahnen und Banner der Ultras sehen. Die Ultras hätten sich daraufhin entschlossen, auf ihre übliche optische Unterstützung während des Spiels zu verzichten.

In eine Erklärung im Internet sprechen die Ultra-Gruppen jetzt von einer gezielten Strategie der Innenbehörde. Sie werfen Innensenator Mäurer vor, die Ultraszene als Feindbild aufbauen zu wollen, um damit im Bürgerschaftswahlkampf zu punkten. Als Beleg dafür führen sie auch die Forderung Mäurers an, das Abbrennen von Pyrotechnik unter Strafe zu stellen. Das sei absurd, so die Ultras.

Wir fordern die Verantwortlichen des SV Werder und aller anderen beteiligten Institutionen auf, sich dafür einzusetzen, dass sich die Provokationen und Machtdemonstrationen der Polizei vom vergangenen Heimspieltag nicht wiederholen.

Erklärung von Bremer Ultra-Gruppen

Polizei begründet Überprüfung mit Ermittlungsarbeiten

Die Innenbehörde und die Polizei wehren sich gegen die Vorwürfe von Seiten der Bremer Ultra-Szene. Ihren Angaben zufolge gehe es den Verantwortlichen ausschließlich darum, für die Sicherheit der Besucher zu sorgen. Gegen den Vorwurf der "Machtdemonstration" wehrt sich die Polizei explizit. Eine Person sei zwar in Gewahrsam genommen worden, jedoch habe sich das auf einen Vorfall am Hauptbahnhof bezogen. Denn bei dem Vorfall am 31. Oktober hätten Ultras Polizeibeamte angegriffen.

Die Kontrolle der Fangruppe räumte die Polizei ein — jedoch habe die in Verbindung mit einer Beleidigung gegenüber Innensenator Mäurer gestanden. Wegen der Beleidigung habe Mäurer Anzeige erstattet. Während des Heimspiels gegen Leverkusen hielten Werder-Anhänger in der Ostkurve ein Transparent hoch, das Mäurer beleidigte.

Öffentliche Verunglimpfungen seiner Person gab es schon früher häufiger, aber eines der hochgehaltenen Transparente hatte deutlich eine Grenze überschritten. Dabei geht es nicht nur um den Menschen, der beleidigt wird, sondern auch um mangelnden Respekt gegenüber dem Amt, das er ausübt.

Erklärung aus dem Innenressort

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 30. November 2018, 23:30 Uhr