Infografik

Bremens Tourismus: Kommt nach Aufwärtstrend jetzt die nächste Krise?

Das Frühjahr brachte der Bremer Tourismusbranche riesige Verluste. Die Zahlen für den Sommer sehen zwar besser aus, doch der nächste Tiefpunkt ist schon da.

Der Bremer Stadtmusikanten-Express fährt an der Bremer Bürgerschaft vorbei.
Im Sommer gab es für die Tourismusbetreiber in Bremen noch Anlass zur Hoffnung. Bild: Radio Bremen

Nach einem Rekordtief im April konnte die Tourismusbranche in Bremen während des Sommers zulegen: Das zeigen die aktuellen Zahlen der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB). Zwar liegt die Anzahl an Übernachtungen im Juli und August immer noch deutlich unter denen vom Vorjahr. Im Vergleich zu den Monaten April und Mai lässt sich aber ein deutlicher Anstieg verzeichnen. Während im April rund 32.000 Übernachtungen im Land Bremen gezählt wurden und damit etwa 85 Prozent weniger als 2019, waren es im August dieses Jahres mehr als 193.000 Übernachtungen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von rund 30 Prozent.

Die Zahlen zeigen, dass wir auf einem guten Weg waren, auch wenn sich die Verluste im Vergleich zum Vorjahr natürlich nicht wettmachen lassen.

Maike Bialek, Wirtschaftsförderung Bremen

Allein in den Monaten März und April kommt dieTourismusbranche im Land Bremen auf Einnahmeverluste in Höhe von rund 295 Millionen Euro. Für die Stadt Bremen sind es etwa 260 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Wirtschaftsförderung in Auftrag gegeben hat.

Grund für den starken Rückgang der Übernachtungszahlen sind laut Wirtschaftsförderung vor allem ausgefallene Messe und Kongresse: 60 bis 70 Prozent der Übernachtungsgäste in Bremen seien Geschäftsreisende, so Bialek. Dass die Übernachtungen im Sommer wieder zugenommen haben, führt sie auf die gelockerten Corona-Maßnahmen in dieser Zeit zurück. "Und wir haben wahrgenommen, dass die Lust am Reisen im Sommer tatsächlich überraschend groß war", sagt Bialek.

Übernachtungen im Land Bremen

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Für den Herbst erwartet die Wirtschaftsförderung allerdings wieder deutlich schlechtere Zahlen: "Dass Bremen nun Risikogebiet ist, wirkt sich natürlich auf den Tourismus aus." Konkrete Zahlen liegen allerdings noch nicht vor. Das kann Detlef Pauls, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Bremen, nur bestätigen: "Wenn das Telefon jetzt bei uns klingelt, dann sind das nur Stornierungen."

Übernachtungen in der Stadt Bremen

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Das andernorts eingeführte Beherbergungsverbot sei für seine Branche ein Schlag ins Gesicht. "Bis zu dieser Entscheidung waren wir auf einem guten Weg. Seit dem Sommer gab es einen leichten Aufwärtstrend. Der Oktober sah richtig gut aus", sagt Pauls. Jetzt rechnet er damit, dass kein Hotel in Bremen in diesem Monat eine Belegung von 30 Prozent erreichen wird. Seine Branche sei jetzt dringend auf Unterstützung angewiesen. "Und die muss sofort kommen", so Pauls.

Hohe Corona-Infektionszahlen legen den Bremen-Tourismus lahm

Video vom 8. Oktober 2020
Eine Hotelrezeption mit zwei Hotelfachleuten.
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Catherine Wenk

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 20. Oktober 2020, 23:30 Uhr