Fragen & Antworten

Wohnen mit Würmern: Die 7 wichtigsten Fragen zum Kompostieren im Haus

Sie haben Lust auf Natur und gute Erde, aber keinen Garten? Kein Problem: Mit einer Wurmkiste können auch Bremer in der Stadt aus ihren Küchenabfällen Humus herstellen.

Zu sehen ist eine Kiste mit Deckel, die mit Würmern, Kompost und Erde gefüllt ist.
Wie ist eine Wurmkiste aufgebaut?
Eine Wurmkiste ist eine Box aus Holz oder aus Kunststoff, die mehrere Ebenen hat und mit einem Deckel verschlossen ist. Ganz unten gibt es noch eine Plastikwanne, in der sich der sogenannte Wurmtee sammelt. Das ist die durchgesickerte Feuchtigkeit aus dem Bioabfall.
Zu Beginn wird der Biomüll in die unterste Ebene gefüllt. Haben die Kompostwürmer den nach einigen Wochen schon gut zersetzt, wird die nächste Ebene befüllt. Die Würmer wandern mit nach oben, immer der Nahrung nach. So geht es weiter, bis nach drei bis sechs Monaten aus der untersten Ebene der Wurmhumus geerntet werden kann.
Müll in einer Wurmkiste
Die Würmer haben ihren Biomüll gern handlich kleingeschnitten.
Was darf alles rein in die Wurmkiste?
Das ist im Grunde ähnlich wie beim Komposthaufen im Garten. Obst- und Gemüseabfälle, Eierschalen, Tee- und Kaffeereste (auch mit Filter) und sogar Papier. Aber kein beschichtetes sondern Schnipsel von Zeitungs- oder Recyclingpapier. Schalen von Zitrusfrüchten müssen draußen bleiben, genauso Milchprodukte wie Käse, gekochtes oder gegartes Essen, Gewürztes oder Gesalzenes und Fleischprodukte. Auch Bananenschalen sollten nicht oder nur sehr selten in die Kiste. "Wir achten auch drauf wenig Obst reinzumachen, weil sonst der ganze Kompost sehr sauer sein würde", erklärt die Bremerin Elisa Vales. Sie nutzt mit ihrer Familie die Wurmkiste in einer Wohnung in der Bremer Vahr.
Laut Vales bereichern Pflanzenreste, zum Beispiel von Zimmerpflanzen, den Speiseplan der Würmer und, in Maßen, Naturprodukte wie Wolle oder Leinen.
Ist eine Wurmkiste so etwas wie die Biotonne?
Nein, denn bei der Wurmkiste trägt man die Verantwortung für die Kompostwürmer und muss dafür sorgen, dass es ihnen gut geht. Man muss sehr viel genauer überlegen, was und wieviel man hineintut.

So sollte man nicht zu oft füttern. Wie viele Wurmkisten-Nutzer sammelt auch Elisa Vales ihre Abfälle für die Kompostbox über eine Woche und gibt sie dann hinein – gern kleingeschnitten. Auch solle man im Auge haben, ob der Inhalt zu feucht oder zu trocken ist, erklärt sie. Dabei helfen Papierschnipsel. "Das Papier gibt dem ganzen etwas Struktur und nimmt Feuchtigkeit auf, wenn mal zu viel Feuchtes drin ist. Außerdem ist Papier biologisch abbaubar."

Auch der Standort ist wichtig. "Im Sommer sollte die Kiste keinesfalls in der Sonne stehen, weil die Würmer sonst raus aus der Hitze wollen. Und im Winter sollte sie nicht im Frost stehen. Die Würmer suchen sich die Orte, wo sie sich sicher fühlen", erklärt Vales. Am besten eignet sich eine dunkle, mäßig warme Ecke in der Wohnung. Und im Gegensatz zur Biotonne braucht die Wurmkiste eine Urlaubsbetreuung. Fährt man mehrere Wochen weg, sollte der nette Nachbar nicht nur die Blumen gießen, sondern auch die Würmer füttern.
Kompostieren Wurmkiste Biomüll Abfälle 3 2 1 Die K ompostwürmer haben k eine Zähne. Sie saugen an den Mik r oo r ganismen und den Abfällen. Bioabfälle we r den v on Mik r oo r ganismen wie Bakterien, Pil z en oder Milben au f geschlossen Diese Nahrung v e r dauen sie zu W urmkot - W urmhumus in Kleinstform. Das passie r t beim K ompostie r en KLICK DICH DURCH DIE PUNKTE
Infoquelle. www.wurmkiste.at
Wie komme ich an eine Wurmkiste?
Wurmkisten kann man entweder selbst aus Holz oder Kunststoff bauen oder fix und fertig kaufen. Meist sind die dann aber nicht ganz günstig.
Holzkisten haben den Vorteil, dass Holz atmungsaktiver ist und dekorativer in der Wohnung aussieht. Anleitungen zum Bau unterschiedlicher Wurmboxen findet man leicht im Internet. Dabei gibt es vertikale und horizontale Modelle. Vor allem als Einsteiger sollte man ein vertikales System, wie oben beschrieben, wählen. Beim Stockwerk-System mit Auffangschale für den Wurmtee kann weniger schiefgehen.
Wo kommen die Würmer her?
Möchte man per Wurmkiste kompostieren, kauft man eine Startpopulation von Kompostwürmern. Die gibt es übers Internet. In Anleitungen zum Wurmkisten-Bau steht auch, wie viele Würmer auf welche Kistengröße eingesetzt werden sollen.
Im Garten ist das natürlich anders: Wird ein Komposthaufen direkt auf dem Erdboden errichtet, kommen die Würmer ganz von selbst.
Kompostwurm auf einer Hand
Die Würmer vermehren sich in der Kiste.
Stinkt das nicht in der Wohnung?
Nein, wenn man alles richtig macht, läuft die Kompostierung in der Wohnung geruchslos ab, da durch Lüftungslöcher und das Holz selbst Sauerstoff an die Abfälle kommt – anders als bei der großen Plastik-Biotonne an der Straße, wo es schnell mal gammelt. Fängt die Wurmkiste an zu stinken, läuft etwas schief. Das kann zum Beispiel falsche oder zu viel Wurmnahrung sein. Ekelig findet Elisa Vales die Kiste in der Wohnung nicht: "Das ist ja im Grunde Erde. Das ist ja alles Müll, der zu Erde gemacht wird und nichts was stinkt oder Maden hat." Nur im Sommer könnten Fruchtfliegen auftauchen.
Was macht man mit dem Wurmtee?
Wurmtee ist die Flüssigkeit, die sich unten in der Wurmbox sammelt und abgelassen werden kann, quasi das Sickerwasser des Humus. Aber zum Trinken ist der nicht geeignet. Elisa Vales erklärt: "Das ist Flüssigdünger. Allerdings nicht direkt verwendbar sondern im Verhältnis 1:10 bis 1:5 mit Wasser verdünnt. Damit gieße ich dann meine Pflanzen."
  • Maike Albrecht

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. März 2019, 19:30 Uhr