Kein Home-Styling durch Bremer Friseure: 8 Styling-Tipps können helfen

Am Ende war es nur eine Lücke in der Rechtsverordnung. Auch in Bremen wird es keinen Haarschnitt im eigenen Wohnzimmer geben. Vielleicht legen Sie selbst Hand an?

Video vom 28. Januar 2021
Reporterin Johanne Bischoff schneidet sich ihren Pony.
Bild: Radio Bremen

Bremen wird die Lücke schließen: Friseure dürfen keine Hausbesuche machen – und die allermeisten wollen das auch gar nicht. Viel zu gefährlich, Hygienemaßnahmen wären gar nicht einzuhalten, sagen sie. Doch man kann selbst mehr machen als man denkt. Schon im ersten Shutdown hat das Ehepaar Nicole und Andreas Piesbergen Tipps gegeben. Beide betreiben seit 1993 ihren Salon "Mex Coiffeur" in der Altstadt. Auch der Leiter des Bremer Standorts von "Keller Haircompany", Jörg Hespenheide, verrät, wie Ihre Haare die Corona-Krisegut überstehen.

1 "Lasst die Finger von der Schere!"

Sonst scheuen sich viele davor: Sich selbst die Haare schneiden. Doch während der Corona-Krise ist auf einmal viel Zeit da. Also warum nicht ein paar Videos online schauen und lernen, wie man sich selbst den passenden Schnitt verpasst? Immerhin gibt es ein großes Angebot an Tutorials. "Das Ergebnis wird schön – schön scheiße", meint Andreas Piesbergen. Lieber solle man die Haare lassen, wie sie sind. Genauso sieht es Jörg Hespenheide: "Gerade verbreitet sich ein Video, auf dem erklärt wird, dass man sich am Hinterkopf einen Zopf machen und ihn dann gerade abschneiden soll. Das wäre dann ein schöner Bob." Ein Kollege habe dies an einem Frisurenkopf verdeutlicht. Das Ergebnis sei fürchterlich. "Lasst uns die Haare machen, sobald wir wieder dürfen", bittet er. (Naja, wenn man es gar nicht aushält und zu Abstrichen bereit wäre...? Anm. d. Red.)

2 In Notfällen: Nacken ausrasieren

"Meine Tochter schneidet mir den Nacken aus", verrät Hespenheide. Dabei könne man relativ wenig verkehrt machen. Wichtigste Regel: Mit der Haarschneidemaschine entgegen der Wuchsrichtung rasieren. Allerdings sollte man sich nur auf das dringend Notwendige beschränken. Und vor allen Dingen nicht selbst Hand anlegen, sondern jemand anderen darum bitten.

3 Seitenscheitel gegen zu langen Pony

"Bitte schneidet euren Pony nicht selbst", sagt Nicole Piesbergen. Einfach gerade abschneiden funktioniere nicht. "Man muss gegebenenfalls Wirbel beachten und wir Friseure schneiden einen Pony nicht einfach gerade ab." Stattdessen wende man eine Zick-Zack-Technik an. "Ich empfehle, sich einen Seitenscheitel zu machen und den Pony seitlich zu tragen."

4 Zeitreise für den Kurzhaarschnitt

Zurück zu den goldenen 20ern! Da wurde nicht geföhnt, sondern pomadisiert. "Es gibt zahlreiche Produkte – unter anderem Gel – die man jetzt mal ausprobieren kann. Dadurch kann man dem Schnitt Konturen verleihen", sagt Nicole Piesbergen. "Früher war das auch nicht anders." Den Systemschnitt, wie wir hin heutzutage kennen, habe es damals noch nicht gegeben. Erst 1960 kam dieser aus England und USA nach Deutschland und der Bob wurde salonfähig. Während früher nach Gefühl geschnitten wurde, werden heute Kopf und Haare quasi geometrisch erfasst.

5 Langhaarschnitt: Föhnen, stecken, flechten

Alle, die mindestens schulterlanges Haar haben, dürfen nun ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Sollen die Haare kürzer wirken, rät Jörg Hespenheide dazu, sie nach dem Waschen in Form zu föhnen. Dadurch hebe sich das Haar und sitze kürzer. Ansonsten biete es sich an, im Internet Tutorials anzuschauen und die ein oder andere Flechtfrisur zu erlernen. "Und der Evergreen Dutt geht immer", meint Nicole Piesbergen. Je nach Gesichtsform solle dieser höher oder niedriger, fester oder lockerer sitzen.

6 Zick-Zack-Scheitel gegen den Ansatz

Noch auffälliger als ein rauswachsender Haarschnitt ist ein rauswachsender Ansatz. "Bitte nicht selbst färben", sagt Andreas Piesbergen. Braun sei weniger kritisch, doch blond die absolute Königdisziplin. Stattdessen rät er zum Comeback aus den 90ern: Dem Zick-Zack-Scheitel. Alternativ empfiehlt Jörg Hespenheide Ansatzspray. "Das ist ganz einfach aufzutragen, wie Wimperntusche", erklärt er. Allerdings halte es nur bis zur nächsten Haarwäsche.

7 Goodbye Dauerwelle

"Wer jetzt noch eine Dauerwelle trägt, der sollte sie rauswachsen lassen", findet Nicole Piesbergen.

8 Zeit für Haarpflege

"Jetzt gibt es keine Ausrede mehr, warum man keine Zeit für eine Haarkur hat", meint Andreas Piesbergen. Mit einer Pigment-Kur lasse sich auch die Haarfarbe wiederauffrischen. "Von Hausmitteln wie Zitronen oder Olivenöl rate ich ab."

Bremer Senat will Friseuren Hausbesuche verbieten

Video vom 27. Januar 2021
Eine Friseurin, die in ihrem Salon ihre Utensilien einräumt.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 6. April 2020, 23:30 Uhr