Bremer Corona-Teststrategie lässt weiter auf sich warten

Bremerhaven hat die Obergrenze für Neu-Infektionen gerissen und auch in Bremen gibt es immer wieder viele Neu-Infektionen auf einmal. Doch eine Strategie dagegen gibt es nicht.

Pfleger vor offenem Schrank stehend zählt Material.
Trotz immer neuer Corona-Hotspots im Land Bremen gibt es noch keine Strategie, wie diese früher erkannt und eingedämmt werden können. (Symbolbild) Bild: Gesundheit Nord gGmbH | Kerstin Hase

Bremerhaven hat die Obergrenze für die Neu-Infektionen gerissen. Wie es dort jetzt weiter geht, will der Krisenstab am Nachmittag mitteilen. Vor diesem Hintergrund, wäre eine umfassende Strategie, wie, wo und wer nun vor allem getestet werden soll wichtig. Das könnte dazu beitragen, Corona-Hotspots frühzeitig zu erkennen und die weitere Ausbreitung zu verhindern. Denn auch in Bremerhaven ist ein Corona-Hotspot verantwortlich für den starken Anstieg bei den Neu-Infektionen. Doch das Konzept hierfür lässt weiter auf sich warten.

Laut einer Sprecherin der Bremer Gesundheitsbehörde soll sich der Bremer Senat möglichst bald mit einem umfassenden Papier befassen. Bereits am 25. Mai hatte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) zu buten un binnen gesagt, dass es zunächst gelingen müsse, sogenannte Cluster, also Corona-Hotspots, einzudämmen, bevor man, wie in Thüringen, über die Aufhebung aller Corona-Maßnahmen nachdenken könne.

Gesundheitssenatorin: Müssten von den Clustern herunterkommen

Auf die Frage, wie sich die Bremer Zahlen entwickeln müssten, damit man einen ähnlichen Weg wie Thüringen einschlagen könne, sagte sie: "Da müssten wir deutlich herunter kommen, auch von den Clustereffekten. Und da wäre dann die Frage, wie gehen wir weiter vor. Das wird noch einmal die Frage sein von Teststrategie bezüglich unserer Risikoentwicklung."

Da wäre es wichtig, dass wir diese Hüpfer nicht mehr haben.

Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard im buten un binnen Studio.
Claudia Bernhard, Bremens Gesundheitssenatorin (Linke)

Auf die erneute Anfrage, ob man in inzwischen schon weiter sei und eine Idee habe, wie sich die Cluster möglichst früh erkennen und eindämmen lassen, schreibt eine Behördensprecherin: "Die Test-Strategie wird in Bremen kontinuierlich weiterentwickelt und den Erfordernissen jeweils angepasst." In Schulen, Pflegeheimen, Gemeinschaftsunterkünften würden regelmäßig Tests vorgenommen, sowohl an Bewohnern wie auch bei den Beschäftigten. An Schulen und Kitas allerdings nicht symptom-unabhängig. Außerdem gebe es regelmäßige Begehungen in Betrieben gemeinsam mit der Gewerbeaufsicht, um zu kontrollieren, ob die Corona-Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Ein umfassendes Konzept gibt es aber noch nicht. Für dieses sollen jetzt zunächst "die Gesundheitsämter und die verschiedenen Ressorts einbezogen werden, damit ein ausformuliertes Papier mit allen Beteiligten abgestimmt ist". Mit diesem solle sich dann der Senat möglichst bald befassen. Angesichts dessen, dass Bremerhaven am Donnerstag wegen eines Hotspots die Obergrenze für die Neu-Infektionen gerissen hat, erscheint das dringender denn je.

Bernhard: Aufhebung der Corona-Maßnahmen für Bremen zu früh

Video vom 25. Mai 2020
Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard im buten un binnen Studio.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 5. Juni 2020, 23:30 Uhr