Corona-Tests an Bremer Grundschulen: Trockenübung für den Ernstfall

Kürzlich hat das Gesundheitsressort Corona-Tests an zwei zufällig ausgewählten Grundschulen durchgeführt. Die Aktion hatte vor allem zwei Gründe.

Schüler stehen mit Abstand in einer Reihe (Symbolbild)
Etwa 200 Menschen - Schüler und Mitarbeiter - sind in den vergangenen Wochen an Bremer Grundschulen getestet worden. Bild: DPA | Arne Dedert

In den vergangenen zwei Wochen ist an zwei Bremer Grundschulen gut ein Viertel der Schülerschaft und der Lehrkräfte auf Corona getestet worden. 200 Menschen. Ohne Verdacht auf Infektions-Fälle, sondern zu Übungszwecken, wie das Gesundheitsressort mitteilt. "Eine Testreihe ist in der vergangenen Woche durchgeführt worden, die andere eine Woche davor", erzählt der Sprecher, Lukas Fuhrmann.

Die Namen der beiden Schulen will das Ressort nicht bekanntgeben. Die Auswahl sei aber per Zufall erfolgt, einen konkreten Anlass habe es nicht gegeben, betont Fuhrmann. Das Experiment, wenn man es so nennen will, hatte vor allem zwei Ziele: Den Ablauf auszuprobieren, falls man flächendeckende Testungen in irgendeiner Form nach den Sommerferien durchführen möchte, und sich ein Bild zu verschaffen, wie viele positive Fälle mit Zufallstests entdeckt werden könnten.

Gute Erfahrungen, aber noch keine Strategie

Das Fazit sei positiv: Die Ergebnisse seien alle negativ gewesen. Außerdem hätten sich bei der Testung vor Ort doch mehr Personen testen lassen wollen, als man nach den ersten Rückmeldungen erwartet hätte, sagt Fuhrmann.

Was die Teststrategie an Bremer Schulen nach den Ferien angeht, drückt sich das Ressort aber noch vorsichtig aus. Zu komplett flächendeckenden Testungen werde es zwar sicherlich nicht kommen. Dennoch bereitet man sich vor – ohne jedoch schon einen ganz konkreten Plan zu haben.

Natürlich müssen wir überlegen, wie wir das nach den Ferien im Auge behalten können. Wir stehen mit der Senatorin für Kinder und Bildung in engem Austausch, um eine Lösung dafür zu finden, wie kann eine solche Testung tatsächlich aussehen, wen können wir auswählen, wie ist dann das Prozedere und so weiter.

Lukas Fuhrmann
Lukas Fuhrmann, Sprecher der Gesundheitssenatorin

Insgesamt sechs Stunden an jeder Schule

Mitarbeiter des Roten Kreuzes nimmt mit einem Stäbchen einen Abstrich bei Personen mit Erkrankungsverdacht auf den Coronavirus. (Archivbild)
200 Tests hat die Behörde durchgeführt, um Erfahrungen mit solchen Testreihen zu sammeln. Bild: Imago | Eibner Europa

Die Behörde hat den Ablauf jetzt jedenfalls mit den Testreihen erprobt. Und der sah so aus: Die Eltern seien im Vorfeld angeschrieben worden, um in die Tests für ihre Kinder einzuwilligen und auch die Mitarbeiter wurden entsprechend informiert. An zwei Vormittagen pro Schule habe das Gesundheitsamt zwei sogenannte Abstrich-Teams aus je zwei Mitarbeitern entsandt, um die Schüler zu testen. Drei Stunden seien sie jedes Mal vor Ort gewesen, erzählt Fuhrmann weiter. Nasen- und Mund-Rachen-Abstriche seien entnommen und dann ins Labor geschickt worden.

Die genauen Kosten solcher Testreihen zu beziffern sei nicht leicht, so Fuhrmann. Ob es notwendig sein wird, die Tests- und Laborkapazitäten nach den Ferien auszuweiten, ist jedenfalls noch unklar. "Das kommt darauf an, wie die Testung dann im Herbst aussehen soll." Daran werde gerade gearbeitet.

Neue Strategie: Hier soll jetzt in Bremen auf Corona getestet werden

Video vom 16. Juni 2020
Die Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard zeigt in der Hand die Wurfpostsendung in der Pressekonferenz im Rathaus.
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 16. Juli 2020, 23:30 Uhr