So harte Soldaten haben Sie noch nie gesehen

Krieger in Reih' und Glied, aber kämpfen werden sie nicht: Die berühmte chinesische Terrakottaarmee fällt in Bremen ein – allerdings nur als Repliken.

Vier Soldaten der Terrakottaarme.

Infanteristen, Bogenschützen, Generäle und Pferde – sie alle stehen bereit als würden sie bald in den Kampf ziehen. Das wird aber nie passieren, denn sie sind nur aus Ton. Vor 40 Jahren wurde der sensationelle Fund in den Grabanlagen des ersten chinesischen Kaisers Qin Shi Huang Di in Xian gemacht und als "achtes Weltwunder" bezeichnet. Nun sind 150 der berühmten Figuren im BLG-Zentrum in Bremen zu sehen.

Kopien statt Originale

Allerdings handelt es sich bei den Soldaten aus Ton nur um originalgetreue Kopien. "Die Originalfiguren sind nicht am Stück gefunden worden, sondern in Einzelteilen", erklärt Kuratorin Jaana Klumpp. Und die wurden sorgsam wieder zusammengesetzt. "Da kann man natürlich nachvollziehen, dass diese Figuren sehr fragil und nicht für den Transport geeignet sind."

Figuren der chinesischen Terrakottaarmee in ihren Einzelteilen zerlegt.
Vor 40 Jahren wurde der Sensationsfund gemacht. Die Figuren wurden in Einzelteilen vorgefunden und dann mühsam wieder zusammengesetzt.

Die gezeigten Soldaten stehen den mehr als 2.200 Jahre alten Originalen aber in nichts nach: Sie sind aus dem selben Ton und mit der selben Technik wie damals hergestellt. Optisch gleichen sie also ihren echten Vorbilder und haben dabei sogar einen großen Vorteil: "Die Besucher haben hier die Möglichkeit ganz nah an die Figuren zu kommen und die Details selber zu bestaunen und zu besichtigen", sagt Klumpp.

Detailreiche Terrakottakrieger mit individuellem Aussehen

Das Herzstück der Ausstellung bildet ein großer Raum, in dem sich 130 Krieger und Pferde präsentieren wie in der Grabkammer in China. Dazu gibt es unter anderem eine Geschichtsstunde darüber, wer eigentlich dieser chinesische Kaiser war, für dessen Grab so ein gigantischer Aufwand betrieben wurde: Forscher gehen von 8.000 Terrakottakriegern aus – jeder einzelne mit einem individuellen Aussehen.

Diese unglaublichen Details, in Haaren, Rüstungen, selbst die Fingernägel, das macht einen baff.

Jaana Klumpp, Kuratorin der Terrakottaarmee-Ausstellung

Heinz Langhals von der Uni München hält die Ausstellung für eine runde Sache. Der Forscher kennt die Terrakottakrieger und hat die Ausstellungsmacher bei ihrer Arbeit beraten. "Der Eindruck ist ziemlich gut hier", sagt Langhals. "Ich bin mit der Darstellung zufrieden und man kann so die Informationen und den Eindruck vermitteln."

Bis zum 19. August zu sehen

Bis zum 19. August kann man noch die Terrakottaarmee in Bremen betrachten. Das BLG-Forum öffnet immer mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr seine Türen für Besucher. Am Pfingstmontag gibt es zudem eine Sonderöffnung.

Dieses Thema im Programm: butenunbinnen, 17. Mai 2018, 19:30 Uhr