Bremer Gastgewerbe: Tarifvertrag gilt jetzt für alle

  • Bisher erhielt nur etwa die Hälfte der Beschäftigten Tarif-Lohn
  • Jetzt haben alle Anspruch auf den Mindestlohn
  • Bremer Hotels und Gaststätten beschäftigen rund 20.000 Menschen
Eine Frau macht ein Bett.
Künftig können Beschäftigte, die nicht nach Tarif bezahlt werden, dagegen klagen. Bild: Imago | Westend61

Tausende Beschäftigte im Bremer Gastgewerbe können ab sofort mehr Lohn fordern. Der entsprechende Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich, das heißt, er gilt für alle Mitarbeiter in der Branche im Land Bremen. Bisher galt er laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) nur für etwa die Hälfte der Beschäftigten.

Rund 20.000 Menschen arbeiten in Bremen und Bremerhaven in Hotels und Gaststätten. Bisher hatte nur Anspruch auf Tariflohn, wer in der Gewerkschaft war oder dessen Betrieb dem Branchenverband Dehoga angehörte. Der Rest musste sich mit dem zufriedengeben, was der Arbeitgeber zahlte. Das waren laut NGG oft nur fünf oder sechs Euro pro Stunde und damit deutlich weniger als der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn von knapp neun Euro pro Stunde.

Anspruch auf Stundenlohn von mindestens 9,56 Euro

Dehoga und die NGG haben deswegen die zuständige Wirtschaftsbehörde gebeten, den Tarifvertrag für sämtliche Betriebe im Bremer Gastgewerbe verbindlich zu machen. Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) hat die entsprechende Vereinbarung am Mittwoch unterschrieben. Die Beschäftigten haben jetzt – je nach Ausbildung – Anspruch auf mindestens 9,56 Euro pro Stunde und können das zur Not auch einklagen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 11. Juli 2018, 14 Uhr