IG Metall und Arbeitgeber verhandeln Anfang Februar in Bremen weiter

  • IG Metall verhandelt für 140.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie
  • Gewerkschaft fordert vier Prozent mehr Lohn
  • Arbeitgeber halten Lohnerhöhungen in der Krise für nicht vermittelbar
Zwei Hände in Schutzhandschuhen halten einen Metallring. Daneben liegt eine Zange.
Die IG Metall Küste will für die 140.000 Beschäftigten in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie vier Prozent mehr Lohn erreichen. Die Arbeitgeber sehen dafür keinen Spielraum. (Symbolbild) Bild: DPA | Carmen Jaspersen

IG Metall und Nordmetall haben die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die 140.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie nach rund drei Stunden vertagt. Vertreter beider Parteien, die wegen der Infektionslage in Hamburg nur im kleinen Kreis zusammengekommen waren, verständigten sich auf den 3. Februar als dritten Verhandlungstermin, wie IG Metall und Nordmetall am Montag mitteilten. Verhandlungsort ist dann Bremen.

Bei der zweiten Verhandlungsrunde habe es einen konstruktiven Austausch gegeben, erklärten IG Metall und Nordmetall. Beide Seiten wurden von je fünf Verhandlern vertreten, wie ein IG-Metall-Sprecher am Montag sagte. Der Rest der 20 Mitglieder starken Verhandlungskommission war zeitweise online zugeschaltet. Bis zum nächsten Verhandlungstermin sollen zwei Arbeitsgruppen Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung sowie zu einem Verfahren für betriebliche Zukunftsprozesse vertiefen.

Positionen liegen noch weit auseinander

Bislang liegen die Positionen von IG Metall und Nordmetall weit auseinander. Während die Gewerkschaft für die Metaller in Nordwest-Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ein Volumen von vier Prozent mehr Geld bei einer Tariflaufzeit von zwölf Monaten fordert, lehnt Nordmetall bislang höhere Löhne ab. "Um in der Friedenspflicht bis Anfang März zu Lösungen zu kommen, müssen sich die Arbeitgeber bewegen und einen Lösungsvorschlag vorlegen", sagte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich.

Eine weitere Nullrunde ist den Beschäftigten, die gerade jetzt in der Krise alles geben, nicht zu vermitteln.

Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste

Nordmetall-Verhandlungsführerin Lena Ströbele betonte dagegen, dass die rund 240 Mitgliedsunternehmen angesichts der schlechten Wirtschaftslage keine Entgelterhöhung verkraften könnten. "Der Einbruch in der Produktion des Jahres 2020 liegt in der M+E-Industrie voraussichtlich bei 15 Prozent - das ist fast dreimal so viel wie in der Gesamtwirtschaft", sagte die Personaldirektorin der Bremer Lürssen-Gruppe. Dennoch gebe es bislang weder Massenentlassungen, noch seien die weltweit an der Spitze rangierenden Arbeitskosten von 45,10 Euro pro Stunde gesunken. "Für eine weitere Steigerung der Arbeitskosten gibt es deshalb aktuell keinen Spielraum. Vielmehr geht es darum, zu verhindern, dass aus den bundesweit rund 700 000 Kurzarbeitern Arbeitslose werden", sagte Ströbele.

Mercedes-Werk Bremen macht im Februar eine Woche fast komplett dicht

Video vom 15. Januar 2021
Das graue Gebäude des Mercedes-Werk in Bremen. Auf dem Dach der silbernen Mercedes-Stern.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 18. Januar 2021, 8 Uhr