Fragen & Antworten

So könnte der Stau im Suez-Kanal Bremen und Bremerhaven treffen

Der Suezkanal ist wieder frei für Schiffe. Aber noch stehen Hunderte Frachter im Stau – das macht auch Beobachtern an der Weser Sorgen.

Das Eurogate Container-Terminal in Bremerhaven vom Wasser aus gesehen.
Auch in Bremerhaven werden Schiffe erwartet, die aufgrund der Havarie noch im Suez-Kanal festsitzen. Bild: DPA | Petra Schumacher/hafen-fotos.de

Wenn ein Containerschiff zwischen China und Deutschland hin und her fährt, passiert es in den allermeisten Fällen den ägyptischen Suez-Kanal. 98 von 100 Frachtern nehmen diesen Weg. Genau das war aber fast eine Woche nicht mehr möglich. Denn das rund 200.000 Tonnen schwere Containerschiff "Ever Given" war dort auf Grund gelaufen und hatte sich quergestellt. Ergebnis: Eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt war dicht. Zwar ist der Kanal seit Montag wieder frei, aber an den Eingängen des Kanals stauen sich weiter die Ozean-Riesen – und das könnte auch für Bremerhaven und Bremen drastische Folgen haben.

Wie ist Bremerhaven von dem Stau im Suez-Kanal betroffen?
Viele der Containerschiffe, die da gerade im Stau stehen, werden in Bremerhaven erwartet. Über 300 riesige Containerschiffe stehen in der Warteschleife. Aber auch wenn der Kanal wieder befahrbar ist, werden die Probleme noch viele Wochen zu spüren sein, sagt beispielsweise die Bremer Handelskammer. Fast eine Woche soll es alleine dauern, bis sich der Stau auflösen wird.
Wie lange wird es dauern, bis die die Ozean-Riesen wieder nach Plan fahren?
Die Routen der Containerschiffe sind wochenlang vorgeplant – so wie ein Zugfahrplan. Und bis sich dieser Fahrplan wieder normalisiert, wird es wohl einige Wochen, wenn nicht Monate dauern.
Wer zahlt am Ende die Zeche – könnten Waren für Verbraucher teurer werden?
Der Fall könnte auch den Weg vor das Gericht finden, befürchten Experten. Da ist die Frage, wer für die enormen finanziellen Verluste aufkommt. Die Reedereien, die Händler oder am Ende doch die Kunden? Das sei im Moment schwer einzuschätzen, sagt Felix Korten, Rechtsanwalt für Handelsrecht: "Dann ist die Frage, kann sich der Händler, der dem Endkunden die Ware verkauft, eventuell auf höhere Gewalt berufen?" Dabei komme es auf die Details der Allgemeinen Geschäftsbedingungen an. "Das wird sehr spannend und die Justiz noch lange beschäftigen."
Könnten In Bremerhaven und Bremen am Ende die Regale leer bleiben?
Das hängt immer auch davon ab, wie groß die Lager der Läden sind. Da geht es vor allem um elektronische Ware. Viel davon kommt aus Asien. Lebensmittel sind weniger betroffen. Ullrich Hautau von der Handelskammer Bremen befürchtet, dass ab Mitte April vielleicht einige Artikel vergriffen sein könnten. "Beispielsweise Elektronik, Fahrräder oder Maschinenteile. Solche Dinge befinden sich auf dem Weg von Fernost nach Europa." Experten befürchten außerdem, dass es auch zu Staus in Häfen kommen kann, weil nicht alle Schiffe gleichzeitig entladen werden können.

Rückblick: Lieferengpässe wegen Corona: In Bremerhaven kommen zu wenig Waren an

Video vom 15. Dezember 2020
Mehrere Produkte in einem Elektromarkt.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier Läuft, 29. März 2021, 17:45 Uhr