Bremerhavener Lehrer-Studiengang ist endgültig geplatzt

  • Studiengang kann nicht nachträglich genehmigt werden
  • Bremerhavener Schulbehörde hatte Fehler gemacht
  • Stadt will Betroffene mit Zulagen entschädigen
Lehrer als weiße Silhouette vor einer Tafel unterrichtet vor Schülern
20 Pädagogen können keinen Masterabschluss als Sonderpädagogen machen. Bild: Imago | Westend61/Montage

Der Studiengang für Sonderpädagogik-Seiteneinsteiger in Bremerhaven ist geplatzt. Nachdem die Stadt zunächst in Aussicht gestellt hatte, das Angebot nachträglich als Master-Studiengang zu akkreditieren, ist sie nun zurückgerudert. Es fehlten die zeitlichen Vorläufe und die formalen Grundlagen, um den Teilnehmenden eine verlässliche Aussage geben zu können. "Aus diesem Grunde ist es für uns jetzt zwingend, die Reißleine zu ziehen, anstatt die Teilnehmenden über ihre Perspektive im Unklaren zu lassen", sagte Schulstadtrat Michael Frost (parteilos).

20 ausgebildete Sozialpädagogen hatten sich für den Studiengang angemeldet, den die Stadt Bremerhaven zusammen mit der Universität Oldenburg gestartet hatte. Sie hatten erst am ersten Studientag erfahren, dass das Studium wegen eines Behördenfehlers nicht mit einem Masterabschluss endet – dieser wäre aber eigentlich nötig, um als Seiteneinsteiger als Lehrer tätig zu sein.

Betroffene sollen Ersatz-Qualifikation bekommen

Alle Betroffenen hätten unbefristete Jobs als sozialpädagogische Lehrkräfte. Sie sollen nun eine "Berufseinstiegsbegleitung" bekommen, nach deren Abschluss sie ihre Tätigkeit als Sonderpädagogen im Schuldienst aufnehmen können. Ihnen solle dann eine Zulage gezahlt werden, die die Gehaltslücke zum Masterabschluss schließe. Dem Vernehmen nach soll eine Verbeamtung der Seiteneinsteiger ohne den Masterabschluss aber nicht möglich sein.

Bei der Stelle, die für die Akkreditierung von Studiengängen zuständig ist, sorgte der Fall aus Bremerhaven und Oldenburg für Erstaunen. Eine solche Panne sei außergewöhnlich, hieß es. Schulstadtrat Frost sagte, er bedauere "ausdrücklich die entstandene Situation, in die die Betroffenen durch die fehlerhafte Ausschreibung durch die Schulbehörde geraten sind".

Dieses Thema im Programm: Radio Bremen, Nachrichten, 29. März 2019, 15 Uhr