Wegen "Seute Deern": Bremerhavener Politiker sauer auf Linnert

  • Finanzsenatorin will prüfen, ob die Sanierung "wirklich nötig" ist
  • Die Bremerhavener Stadtregierung ist davon überzeugt
  • SPD will jetzt Unterschriften für den Erhalt des Seglers sammeln
Ein Segelschiff liegt in Bremerhaven in einem Hafenbecken.
Soll die "Seute Deern" aufwendig saniert werden? Darum streitet Bremerhaven mit der Bremer Finanzsenatorin. (Archivbild) Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

Die Zukunft des Bremerhavener Museumsschiff Seute Deern steht auf der Kippe. Die Bremer Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) ist offenbar nicht sicher, ob Bremen genug Geld für die Sanierung des Schiffes hat – die Kosten würden sich auf insgesamt 34 Millionen Euro belaufen.

Das Land Bremen und die Stadt Bremerhaven müssten zusammen die Hälfte der Sanierung bezahlen. Der Rest käme dann vom Bund. "17 Millionen Euro sind viel Geld" meinte Linnert. Und Bremerhaven sage immer, es habe kein Geld. Deswegen müsse geprüft werden, ob die Investition wirklich nötig ist und es Alternativen gibt.

Die Bremerhavener Stadtregierung aus CDU und SPD sieht das deutlich anders. Beide Koalitionspartner sind dafür, das Schiff zu sanieren. Vorsichtige Unterstützung für Linnert kommt dagegen von der grünen Bürgerschaftsfraktion. Die Bremerhavener Abgeordnete Dogan betont, dass man nicht einfach alles durchwinken wolle. Ende April will sie das Thema in der Fraktion besprechen.

Die SPD hat unterdessen angekündigt, eine Unterschriftenaktion "zur Rettung der Seute Deern" starten zu wollen. "Die 'Seute Deern' gehört zu Bremerhaven wie der Ku'damm zu Berlin", heißt es in einer Pressemitteilung zu der Aktion. Und weiter: "Wir als SPD Bremerhaven kämpfen um den Erhalt des Traditionsseglers: Wir haben dank unseres Bundestagsabgeordneten Uwe Schmidt beim Bund 17 Millionen Euro für die Sanierung der Seute Deern eingeworben."

Bürgermeister Carsten Sieling und Hafensenator Martin Günthner (beide SPD) hätten sich beim Senat für eine finanzielle Unterstützung durch das Land starkgemacht. Nur die Grünen mit ihrer Finanzsenatorin Karoline Linnert stellten den Erhalt des Schiffes in Frage. Man wolle daher in den nächsten Wochen in der Stadt Unterschriften sammeln, um für den Erhalt zu werben und "ein starkes Signal nach Bremen zu schicken".

Brandermittler auf der Seute Deern

Das Bug der Seute Deern

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 8. April 2019, 15 Uhr