Bremen rechnet im Schulferien-Streit mit Alleingängen

  • Bildungsbehörde: Haltung Bayerns ist wenig hilfreich
  • Bremen will sich mit Niedersachsen absprechen
  • Hamburg drohte bereits mit Alleingang
Autos stauen sich auf einer Autobahn.
Um Staus zu vermeiden, wollen einige Bundesländer ihre Ferientermine noch stärker aufeinander abstimmen. (Symbolbild) Bild: DPA | Christophe Gateau

Das Thema Schulferien sorgt unter den Bildungspolitikern der Bundesländer weiter für Streit. Eine Gruppe von Ländern unter der Führung von Hamburg will die Ferien in ganz Deutschland aufeinander abstimmen. Bisher koordinieren sich nur 14 Länder – alle außer Bayern und Baden-Württemberg.

Und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat klar gemacht, dass er sich auch künftig nicht mit den anderen Ländern abstimmen will. In Bremen und Niedersachsen sorgt das für Unverständnis. "Das ist schade und wenig hilfreich", sagt die Sprecherin der Bremer Bildungsbehörde, Annette Kemp. Angesichts Bayerns Haltung laufe es offenbar auf Alleingänge der übrigen Bundesländer hinaus.

Auch im niedersächsischen Kultusministerium sorgt die Haltung der Südländer für Irritationen. "Wir sehen keinen Grund für einen bayerischen Sonderweg." Und weiter: "Nur gemeinsam können wir die beste Lösung finden."

Auf die Frage, ob Bremen seine Ferien in Zukunft allein festlegen wird, antwortet Annette Kemp: "Die Beziehungen zwischen Bremen und Niedersachsen sind wegen der geografischen Lage sehr eng." Deshalb mache es sehr viel Sinn, die Ferien gemeinsam festzulegen. Einen kompletten Alleingang Bremens zumindest wird es also wohl nicht geben.

Hamburg droht mit Alleingang

Zuvor hatte der Hamburger Bildungssenator Ties Rabe (SPD) mit einem Ende der Absprachen zwischen den Bundesländern gedroht. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er: "Jetzt wird jedes Land genau wie Bayern die Sommerferien im Alleingang festlegen. Viel Spaß auf den langen bayerischen Autobahnen."

Hintergrund der Debatte ist, dass Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen den Ferienkalender neu ordnen wollen. Der Vorstoß hat das Ziel, Staus auf den Autobahnen in Grenzen zu halten und den Hotels eine gleichmäßige Auslastung zu verschaffen.

Termine ab 2025 müssen festgelegt werden

Seit Oktober verhandeln die Bundesländer über die Neuordnung des Ferienkalenders in den Jahren 2025 bis 2030. Die Ferientermine bis 2024 stehen bereits fest. Bisher ist es so, dass Bayern und Baden-Württemberg jedes im gleichen Zeitraum Sommerferien haben. Die anderen Länder stimmen sich in einem sogenannten rollierenden System aufeinander ab.

Das bedeutet, dass sie ihre Ferientermine von Jahr zu Jahr wechseln. Das hält die Staus auf den Autobahnen zumindest in Grenzen und sichert den Hotels eine gleichmäßigere Auslastung. Jetzt sollten Bayern und Baden-Württemberg mit ins Boot geholt werden. Nach dem Vorstoß Hamburgs würden die freien Tage künftig zeitlich weniger gestreckt, die Sommerferien generell erst ab 1. Juli beginnen und die unterschiedlichen Termine der Länder enger zusammenrücken.

Dieses Thema im Programm: tagesschau, 27. November 2019, 20 Uhr